Hey, ich bin Oliver! Ich habe irgendwas mit Medien gelernt, lebe in Freiburg, beschäftige mich beruflich mit Energie und fahre Rad.



#projectipadonly

Lernen, Arbeiten und Alltag mit dem iPad.

Von einem, der das iPad (fast) immer und (fast) überall dabei hat und (fast) alles damit macht.

Um die Dokumentation meines #projectipadonly ist es ruhig geworden – ich weiß. Doch soviel zu euer aller Beruhigung: Es läuft noch. Es ist vermutlich auch deshalb so ruhig geworden, weil es inzwischen absolut rund läuft und die Nutzung des iPads zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Anfängliche Bedenken sind verflogen, Startschwierigkeiten überwunden. Die Momente der Frustration sind zur Ausnahme geworden bzw. selbst verschuldet. Ich sage nur Developer Beta 1.

Inzwischen bin ich sogar Besitzer zweier iPads iPad Pro Devices (dazu weiter unten mehr) und die Begeisterung über die Neuerungen von iOS 11 bleibt auf konstant hohem Level. Deshalb gibt es heute, nach etwa 8 Monaten #projectipadonly, einfach mal einen kleinen Statusbericht – einen Einblick in die Haupteinsatzgebiete der iPads, in einige Abläufe und die verwendeten Apps.

Lernen.

Zweimal in der Woche sitze ich bekanntlich nach der Arbeit im Bildungszentrum der IHK, damit ich mich im Mai 2018 hoffentlich Betriebswirt nennen kann. Im ersten Kursteil kam ich um den Einsatz von Papier nicht herum. Wurden mir doch gelegentlich 40 Seiten für einen einzigen Kursabend auf den Tisch gelegt. Doch nun, im zweiten Teil lerne ich papierlos. Alle Skripte liegen digitalisiert als PDF in einem über Documents synchronisierten Ordner in OneDrive. Je nach Unterrichtsmethode der Dozenten mache ich mit dem Pencil Anmerkungen in den Skripten oder füge leere Seiten für meine Notizen ein. Wird nicht mit den Skripten gearbeitet, habe ich Apple Notes für mich entdeckt. Obwohl ich die Papierstruktur der App nicht gerade ansprechend finde. Doch die Einfachheit und das perfekte Zusammenspiel mit dem Pecil überzeugen. Daher sehe ich bisher keinen Grund in eine App wie GoodNotes zu investieren.

Im Zuge der Vorbereitungen zu meiner Projektarbeit, genauer für das Verfassen meiner Exposés, habe ich OmniOutliner für mich entdeckt. Definitiv eine der kostspieligsten Apps auf meinen iOS-Geräten – doch jeden Euro wert! Unbewusst habe ich mich schon, bevor ich die App kannte, bei vielen Aufgaben der Outlining-Technik (ähnlich dem Mind Mapping, nur strukturierter) bedient. Doch was in Word früher oder später in einer unübersichtlichen „copy ’n‘ paste“-Orgie endet, bleibt in OmniOutliner eine strukturierte Ansammlung von Gedanken. Wenn mein Thema durch die IHK festgelegt wurde, werde ich auf einem Exposé aufbauen und die eigentliche Arbeit, zumindest in der Rohfassung, weiter in OmniOutliner schreiben.

(Freiberufliches) Arbeiten.

Vor kurzem habe ich, seit langer Zeit mal wieder, einen freiberuflichen Auftrag angenommen. Seit dem ersten Kundengespäch war das iPad Pro 12.9" dabei. Im ersten Schritt haben mein Kunde und ich die bestehende Website analysiert. Gelegenlich habe ich einen Screenshot gemacht und mit der neuen Screenshot-Funktion von iOS und dem Apple Pencil direkt meine Anmerkungen festgehalten. Parallel kam die Notizen-App für eine lose Sammlung von Fragen, Stichworten, Aufgaben, Wünschen und Erinnerungen zum Einsatz. Visitenkarten- und Flyer-Referenzen wurden mit Scanner Pro „abfotografiert“. Nach dem Termin habe ich alle gesammelten Informationen im Kunden-Ordner auf meinem OneDrive abgelegt und damit für alle Geräte zugänglich gemacht. Denn um mein Macbook komme ich bei einem Auftrag, bei dem auch diverse Printprodukte gefordert sind, nicht herum. Doch zunächst wurde ein Angebot in Word verfasst, natürlich am iPad. Denn die Office-Suite ist unter iOS einfach phantastisch.

Wenige Tage später begann die eigentliche Arbeit: In Adobe Sketch und Adobe Draw habe ich mit dem Pencil erste Logo-Ideen entwickelt und mit ein paar Farben gespielt. Da ich mir das Scribbeln und von Hand Zeichnen gerade erst wieder angewöhne, stieß ich in dieser Phase schnell an meine Grenzen. So landeten meine groben Logo-Ideen in der Adobe Cloud und wurden am MacBook in InDesign weiterverarbeitet. Die Farben waren dank Cloud auch schon da wo sie hingehörten und konnten nachjustiert werden. Am Ende des ersten Auftragsabschnittes, stand ein Moodboard im PDF-Format zur Abstimmung mit dem Kunden – erstellt in InDesign – mit allen Logos, Farben, Schriften und Bildstimmungen. Präsentiert habe ich mein Moodboard mit PDF Expert. Anmerkungen und Änderungswünsche wurden sogleich mit dem Pencil festgehalten.

Printtechnisch, für Visitenkarten, Terminkärtchen und mehr ging der Auftrag natürlich am MacBook weiter, während der erste Entwurf der Website am iPad mit Coda auf Basis von UIKit 2 entstand. Zwar habe ich mit View Source und Web Tools Apps zum betrachten des Quellcodes und einen Web Inspector, doch mit steigender Komplexität des Projekts, spätestens wenn es an die Integration von WordPress geht, werde ich auch hier wieder zum MacBook wechseln und mit Brackets und dem Web Inspector von Safari arbeiten.

Mein MacBook hat sich ein eine reine Arbeitsmaschine verwandelt und steht nun zusammen mit einem 24″-Monitor auf dem Schreibtisch. Dort bin ich nur, wenn ich wirklich etwas produziere. Für alle anderen vorbereitenden und begleitenden Arbeitsschritte bevorzuge ich das iPad – auf der Couch, am Küchentisch oder im Café. Auch Apps wie Spotify oder Twitter wurden am MacBook deinstalliert. Ich bewege mich praktisch nur noch in den Adobe- bzw. Affinity-Apps.

Alltag mit zwei iPads.

Ja. Zwei. iPads. Doch so verrückt das klingen mag, ich habe (für mich) eine sehr gute Begründung warum ich mir zusätzlich ein kleineres iPad angeschafft habe.

  1. Manchmal ist das 12.9" Pro einfach zu groß. Das habe ich mir anfangs schön geredet, doch beim reinen Konsumieren auf der Couch oder im Zug machen sich 723 Gramm schneller im Handgelenk bemerkbar als einem lieb ist. Hingegen beim Arbeiten, Lernen und Schreiben mit dem Pencil jedoch möchte ich das riesige Display nicht missen. Dabei stellt auch das neue 10.5 Zoll große iPad Pro für mich keinen ausreichenden Kompromiss beider Welten dar. Vor allem im Split-Screen-Modus bietet es zu wenig Platz.
  2. Der Wert. Ich habe (m)ein iPad fast immer und überall dabei. Je selbstverständlicher das für mich wurde, umso bewusster wurde mir auch dass ich dieses 1.000 Euro teure Gerät jederzeit schrotten könnte. Dieses Risiko wollte ich schlicht minimieren. Denn der Verlust meines Hauptcomputers durch eine Unachtsamkeit wäre ein gewaltiger Einschnitt.

Geplant war irgendein günstiges iPad Air der ersten Generation bei eBay zu ersteigern. Durch einen glücklichen Zufall stieß ich jedoch auf ein falsch eingestelltes iPad Air 2, dass ich sogleich als iPad Pro identifizierte und für einen Spottpreis ersteigert habe.

Zurück zum eigentlichen Thema und zu einer der besten Entscheidungen der letzten Monate: Dem Wechsel von Evernote zu DEVONthink To Go. Evernote war jahrelang mein „digitales Gehirn“. Gescannte Quittungen für meine Steuererklärung, Notizen und Adressen für anstehende Reisen, Links, Zitate – einfach alles habe ich darin abgelegt und schnell durchsuchen können. Die Vielseitigkeit und der Funktionsumfang (zum Beispiel der integrierte Dokumentenscanner) waren ein Grund für mich in ein Plus-Paket zu investieren. Doch dann kam das Redesign der App mit dem ich nicht glücklich wurde, dann eine Preiserhöhung und schließlich die (späte) Erkenntnis, dass die Ablage der gescannten Dokumente (als Bild und nicht als PDF) meinen gestiegen Anforderungen nicht mehr gerecht wird.

Durch einen Beitrag auf macstories.com und und die Besprechung in einem der zahlreichen Tech-Podcast die ich verfolge, wurde ich auf DEVONthink To Go aufmerksam und das Evernote-Abo war sehr schnell gekündigt. Der Umzug all meiner Daten von der einen in die andere App (unter Zuhilfenahme meines MacBooks) lief reibungslos und war zugleich eine willkommene Gelegenheit zum Aussortieren. Dokumente scanne ich seit dem Wechsel mit Scanner Pro und sende die durchsuchbaren PDFs direkt in meine DEVONthink-Datenbank. Über einen In-App-Kauf lässt sich DEVONthink außerdem als Document Provider freischalten, sodass ich zum Beispiel mit PDF Expert direkt auf Dokumente zugreifen, diese editieren und speichern kann. Die Anbindung der Dropbox sorgt dafür, dass iPad und iPhone synchron bleiben und ich jederzeit mit der phantastischen Suchfunktion auf alle wichtigen Daten zugreifen kann.

Auf die neuen Funktionen von iOS, die ich seit der ersten Developer Beta nutze, werde ich wohl nochmal gesondert eingehen. Bis zum offiziellen Release Ende September bleiben schließlich noch ein paar Tage und zum Beispiel die Files-App wird erst danach ihr volles Potential preisgeben. Doch allein Drag’n’drop, das neue Dock oder die neue Screenshot-Funktion sind kaum mehr wegzudenken.

Die Sache mit den Fotos.

Zu guter Letzt und auf besonderen Wunsch noch ein paar Worte zur Bildbarbeitung unter iOS. Zugegeben, ich fotografiere aktuell kaum noch. Weder analog, noch digital mit einer „richtigen“ Kamera. Wenn, dann mit dem iPhone. Von komplizierten Scan-, Lightroom- und Photoshop-Workflows bin ich aktuell also ganz weit entfernt. Falls ich doch einmal zur Kamera greife – so wie hoffentlich bald bei meinem Kurztripp nach Fehmarn – kommt der folgende Workflow zum Einsatz. Wichtigstes Tool ist zunächst der SD-Karten-Adapter von Apple . Kauft den originalen und keinen anderen, glaubt mir. Sind RAW-Files der Bilder vorhanden, werden diese automatisch übertragen und stehen in Apps die RAW-Files verarbeiten können (zum Beispiel VSCO, Affinitiy Photo oder Lightroom) zur Verfügung. Da ich nicht zu der Fraktion gehöre, die ihre Bilder bis zur Vollendung partiell nachbelichten, sämtliche Linien gerade ziehen oder jedes unschöne Detail retuschieren müssen (nicht dass ich es nicht könnte, ist schließlich mein Beruf), sondern gern das Echte und den Moment bewahre, genügen mir die Funktionen von VSCO vollkommen. Nach der Bearbeitung exportiere ich das korrigierte Bild zurück in die Foto-Bibliothek, trenne mich von Bildern die ich nicht mehr benötige und übertrage das Original und die bearbeitete Variante (sortiert nach Kamera -> Jahr -> Monat -> Tag) in mein OneDrive. Fertig.

Wer seine RAW-Dateien feiner justieren möchte, dem sei Affinity Photo ans Herz gelegt. Split-Toning, Rauschreduzierung, Objektiv-Korrektur, sogar partielle Korrekturen über Masken sind möglich! Retuschen und Manipulationen aller Art natürlich auch. Generell fällt mir keine Funktion ein, die ich in Affinity Photo im Vergleich zur Kombination Lightroom/Photoshop am Mac vermissen würde. Ein weiteres nützliches Feature von Affinity Photo: Beim Sichern der Fotos kann das Bild- und Dateiformat, die Komprimierung, der Dateiname sowie der Speicherort frei gewählt werden.


 

iOS 11 beta.

Knapp eine Woche nach der WWDC Keynote hielt ich es nicht mehr aus. Eigentlich wäre Lernen für den Betriebswirt angesagt gewesen. Also habe ich mir – ohne Apple Developer Account – die Betaversion von iOS 11 auf meinem iPad Pro installiert. Nach einem klassischen iTunes-Backup und 30 Minuten Download- und Installationswartezeit war es geschafft: iOS 11 präsentierte sich, zwar etwas ruckelig, in voller Schönheit. Mal abgesehen von Apples San Francisco-Schrift, die ich immer noch nicht so recht mag. Doch Drag’n’drop, das Dock, verbessertes Multi-Tasking, Screen-Recording und das direkte Bearbeiten von Screenshots sind phantastisch. Meine neugieriges Nerdherz ist zunächst befriedigt.

Da an flüssiges, produktives Arbeiten mit dieser ersten Beta jedoch nicht zu denken ist, werde ich heute Abend zurück zu iOS 10.3.2 wechseln. Vor allem fehlen mir, da essentiell für meine Workflows, Document Provider und Picker, die wie es scheint komplett durch die Files-App ersetzt wurden. In dieser fehlt wiederum aktuell die Integration von OneDrive, Dropbox oder auch DEVONthink. Ich hoffe, dass die Entwickler ihre Apps frühzeitig anpassen werden, sodass ich bereits in der Public Beta-Phase wieder zu iOS 11 wechseln kann und nicht bis Herbst warten muss.

Oder ich kaufe mir ein Betatestzweitipad. ?


 

Filemanagement mit iOS

Von alten Gewohnheiten, großen Unterschieden und neuen Perspektiven.

People shouldn’t need to think about the file system while creating, viewing, and manipulating files. If your app works with files, downplay file handling as much as possible.

Das Zitat verdeutlicht es – Filemanagement unter iOS ist anders als alles was wir bisher von macOS, Windows oder auch Linux kannten. Es gibt keinen Finder oder Explorer, mit dem wir uns frei im Dateisystem bewegen können. In unseren bekannten Dateiorganisationsmustern zu denken, bringt uns unter iOS nicht weiter. Zumindest auf den lokalen Speicher des iPads bezogen. Gleiches gilt für das innerliche Auflehnen gegen die Limitierungen des Dateisystems. Auf die Filemanagement-Philosophie hinter iOS muss man sich einlassen. Punkt. Das mag den Einstieg nicht unbedingt leicht machen und gelegentlich wird diese Philosophie auch zur Herausforderung. Für uns professionelle Anwender, die sich unbedingt Gedanken um die Organisation ihrer Dateien machen wollen und die für eine produktive Arbeitsweise gewisse Funktionalitäten benötigen, hat Apple jedoch seit iOS 8 schon einiges getan.

Von bisherigen Dateiverwaltungsgewohnheiten mit Terabyte-großen Datenansammlungen und zusätzlichen Backups auf externen Festplatten gilt es, sich als iPad-Benutzer zu verabschieden. Mit dem Gedanken, seine Dateien einem Cloud-Dienst anzuvertrauen, sollte man sich dagegen anfreunden können. Denn um die Kontrolle über seine Dateien nicht zu verlieren und wie gewohnt Daten synchronisieren und sichern zu können, führt an der Cloud praktisch kein Weg vorbei.

Filesystem? Ich verstehe nur Bahnhof.

Schaffen wir erstmal ein paar Grundlagen. Ich bin kein Informatiker. Ich kann noch nicht mal richtig programmieren. Nichtsdestotrotz versuche ich kurz zu erklären, worin die wesentlichen Unterschiede beim Filemanagement zwischen iOS und macOS (oder auch Windows) bestehen. Ganz bewusst außer acht lasse ich dabei zunächst die jüngsten Entwicklungen, die das Filemanagement unter iOS wesentlich verändert haben.

Beginnen wir mit macOS (oder Windows, dort ist es nicht anders):

… both users and software have access to the file system. Users access the file system directly through the Finder… Apps access the file system using the system interfaces, which show the complete file system precisely as it appears on disk.

Das bedeutet, dass Benutzer und Software die gleichen Rechte haben, um auf das Dateisystem zuzugreifen und dieses zu verändern. An beliebiger Stelle des lokalen Speichers können Ordner und Unterordner angelegt werden. Darin können Dateien unterschiedlichster Typen ablegt und mit der App (dem Programm) der Wahl aufgerufen und verändert werden.

Im Kontrast dazu steht nun iOS:

To keep the system simple, users of iOS devices do not have direct access to the file system and apps are expected to follow this convention… For security purposes, an iOS app’s interactions with the file system are limited to the directories inside the app’s sandbox directory.

Auch in Ermangelung einer App wie dem Finder oder dem Explorer ist es uns Benutzern, wie bereits Eingangs erwähnt, nicht möglich auf das komplette Dateisystem zuzugreifen. Den installierten Apps ergeht es ähnlich. Änderungen dürfen sie nur innerhalb des eigenen Verzeichnisses vornehmen. Die Dateien liegen im jeweiligen Ordner der App mit der sie erstellt oder geöffnet wurden. Das Verschieben einer Datei von der einen zur anderen App ist ebenso wenig vorgesehen, wie der Zugriff mit einer App auf das Verzeichnis einer anderen. Die einzige Ausnahme bildet dabei der Bilder-Ordner, auf den wir verschiedenste Apps zugreifen lassen können.

Seit iOS 8 gibt es jedoch eine Möglichkeit, die das Filemanagement unter iOS geradezu revolutioniert hat. Also fast. Naja, sagen wir es wurde einiges besser.

Document Provider und Document Picker

Mit der Erweiterung Document Provider stellt Apple seit iOS 8 eine Möglichkeit zur Verfügung mit Apps, die diese Erweiterung implementiert haben, auf Dateien in der Cloud oder auf lokal gespeicherte Dateien in anderen Apps zuzugreifen. Ganz konkret bietet die Benutzeroberfläche der Erweiterung, der Document Picker, bis zu vier Möglichkeiten an: Dateien importieren, exportieren, öffnen oder verschieben.

Use the import and export operations to copy files into or out of your app’s sandbox.
The open and move operations provide access to files outside your app’s sandbox. These operations let users modify the documents in-place, enabling a much deeper level of sharing between apps. This approach gives users a great amount of flexibility when it comes to working with their documents. For example, it lets users create a complex workflow, where a single document is processed using multiple apps.

Das bedeutet, dass man nun auch Dateien an Ort und Stelle, wie von MacOS oder Windows gewohnt, bearbeiten kann. Also theoretisch. Denn praktisch ist es oft komplizierter. Um die vier Aktionen ausführen zu können, müssen sowohl die App mit der man arbeiten möchte (z.B. PDF Expert), als auch die App die als Document Provider agiert (z.B. Dropbox), die Aktionen implementiert haben und zulassen. Da haben wir das Dilemma. Denn Dropbox nutzt zwar zum Import und Export von Dokumenten in oder aus der Cloud den Document Picker. Dropbox stellt aber die in der Cloud gespeicherten Daten nicht allen Apps als Document Provider zur Verfügung. Wenn ich also ein PDF aus meiner Dropbox bearbeiten möchte, müsste ich mir noch immer eine lokale Kopie erstellen und diese manuell zurück in die Dropbox schieben.

Eine App-Kombination, mit der mein PDF-Workflow übrigens ganz wunderbar funktioniert, ist PDF Expert und Google Drive. PDFs lassen sich einfach über den Document Picker auswählen, in PDF Expert bearbeiten und werden automatisch zurückgespeichert.

Eine Eigenschaft des Document Pickers die mich wirklich nervt und bei der ich auf baldige Abhilfe seitens Apple hoffe, ist die Beschränkung auf nur eine einzige Datei. Möchte ich drei PDF-Dateien an eine Mail anhängen, muss ich drei mal den Document Picker bemühen und drei mal den kompletten Pfad zur Datei gehen, weil sich der entsprechende Document Provider auch nicht merkt, in welchem Ordner ich gerade war.

Ab in die Cloud

Ich hatte es eingangs schon kurz erwähnt. Wer ernsthaft und produktiv mit dem iPad arbeiten möchte, sollte mit seinen Dateien in die Cloud ziehen. Alle Dateien wie Fotos, PDFs, Word- oder Excel-Dokumente lokal auf dem iPad abzulegen, ist zwar möglich, es ergibt jedoch nur in begrenztem Maße Sinn.

Die einzige Möglichkeit, um die auf die Organisation seiner Daten in gewohnter Weise Einfluss zu nehmen, ist sich einem Cloud-Dienst anzuvertrauen. Doch auch hier sollte man wachsam sein. Bis ich etwas tiefer in mein #projectipadonly eingetaucht bin, habe ich OneDrive (1 TB) für die ausschließlich von mir genutzten Daten und Dropbox (15 GB) für Kollaborationen genutzt. Beide Dienste bzw. deren Apps und wiederum deren Integration in iOS, haben sich nun für den reinen iPad-Workflow als nicht optimale Lösung herausgestellt.


Der Document-Picker zum Dateiupload von Dropbox und OneDrive im Vergleich. Dropbox greift auf alle Document Provider zu. OneDrive dagegen nur auf die Bilder und die Microsoft-Apps.

Inzwischen überlege ich mit all meinen Daten in die iCloud oder zu Google Drive umzuziehen. Kein Dienst ist besser im System integriert als die iCloud. Jedoch bin ich kein großer Fan der iCloud Drive-App und die von den Apps angelegten Ordner sind auch in der iCloud von einander isoliert. Mit Word eine Text-Datei aus iA Writer öffnen geht also nicht. Am Google Drive stört neben dem Material Design, das einfach nicht in iOS passt, vor allem der extra Fingertipp den es grundsätzlich benötigt, um das Google-Konto auszuwählen.

Documents – der kleine Finder-/Explorer für das iPad

Paul Ciano beschreibt Documents als Schweizer Taschenmesser für das iOS Filemangement. Und hat damit vollkommen recht. Die App ist Dokumentenbetrachter, Downloadmanager, FTP-Client, Cloud-Client, Mediaplayer und Dateimanager in einem. Kurz: Die beste Alternative zum Finder/Explorer die man unter iOS finden kann und noch viel mehr.

Würde man seine Daten alle lokal auf dem iPad sammeln und nicht in Datei-Duplikaten in den verschiedenen Apps ersticken wollen, Documents wäre die beste Lösung dafür, denn die App agiert auch als Document Provider für andere Apps. Außerdem kann man Ordner automatisiert mit der Cloud synchronisieren lassen.

Dateien lassen sich wie gewohnt in Ordnern und Unterordnern verwalten, kopieren, umbenennen und sogar innerhalb der App per Drag and Drop verschieben. Mit dem integrierten Browser können beliebige Dateien aus dem Internet heruntergeladen werden (eine Funktion die man in Safari schmerzlich vermisst). Darüber hinaus bietet Documents Schnittstellen zu allen bekannten Cloud-Diensten und auch FTP-Verbindungen.

Ich nutze Documents am häufigsten als Desktop-Ersatz zur kurzen Zwischenablage und als Download-Sammlung. Dokumente, die ich geliefert bekomme oder an denen ich gerade arbeite, die aber noch keinen endgültigen Bestimmungsort haben, lagen meist einfach auf dem Desktop. Nun speichere ich sie in Documents, das spart unterwegs auch die mobile Datenverbindung, und schiebe sie später in den entsprechenden Ordner in der Cloud.

Ein etwas steiniger, aber begehbarer Weg

Verglichen mit macOS oder Windows steckt das Filemanagement unter iOS noch in den Kinderschuhen. Das auf Einfachheit und Sicherheit ausgelegte iOS mit den Ansprüchen von professionellen Anwendern in Einklang zu bringen ist sicher auch keine einfache Aufgabe. Doch Apple hat diesen Weg mit seiner iPad Pro-Serie selbst eingeschlagen und muss nun liefern und nachbessern. Meiner Meinung nach besteht aktuell auch noch großer Nachholbedarf bei vielen App-Entwicklern. Viele gehen andere (Um)Wege und nutzen nicht die iOS-eigene Erweiterung. Daher sollte Apple die Integration des Document Provider und Document Picker, vor allem im professionellen App-Bereich und bei den Cloud-Diensten forcieren, um für Kohärenz zu sorgen.

Nichtsdestotrotz lässt es sich mit dem iPad produktiv arbeiten. Selbstverständlich vorausgesetzt die Funktionalitäten von iOS und die benötigten Apps harmonieren mit den persönlichen Workflows und Bedürfnissen. Wer eine macOS- oder Windows-ähnliche Arbeitsweise erwartet, der wird mit iOS nicht glücklich werden. Auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, das Apple bald auf die Wünsche seiner User eingehen wird. Funktionen wie Drag and Drop im Split View Modus, das Auswählen mehrerer Dateien mit dem Document Picker, eine Zwischenablage für Dateien oder die Freigabe aller Ordner im iCloud Drive werden sicher bald in iOS auftauchen. Apps wie Documents oder Workflow sorgen heute schon für adäquate Lösungen des einen oder anderen Problems.


 

Die beste Tastatur für das iPad Pro 12.9". Oder auch: Ich hatte sie alle!

Von einem, der aufbrach, die ideale iPad Pro-Tastatur zu finden.

Seit den ersten Tagen des personal computers gab es, zur Steuerung der schlichten grauen Kästen, eine Tastatur. Wer hätte also ahnen können, dass es – Jahrzehnte später – so schwierig sein würde die passende Tastatur für das iPad Pro 12.9" zu finden. Seit dem ersten iPad habe ich mir immer eine Tastatur dazugekauft – denn mehr als einen Suchbefehl für Google, eine URL oder ein Passwort für meinen Mailaccount tippe ich auf der Bildschirmtastatur äußerst ungern. Damit ist es selbstverständlich, dass auch bei meinem Versuch das iPad als Hauptcomputer zu nutzen, kein Weg an einer Tastatur vorbei führt.

Für das iPad Air oder das Pro 9.7" finden sich unzählige Modelle die meinen wichtigsten Kriterien entsprechen:

  • Gutes Schreibgefühl (vor allem bei längeren Texten) und ein angenehmes taktiles Feedback.
  • Geringes Gewicht.
  • Zum Bedienkonzept des iPads passendes Handling.

Für das Pro 12.9" sucht man dagegen, auf einem überraschenderweise sehr überschaubaren Markt, fast vergeblich. Größer, schwerer und globiger geht es immer. Doch kaum ein Hersteller scheint sich vor Augen zu führen für welches Gerät er sein Zubehör anbietet oder welche Kerneigenschaften es erfüllen sollte, um zum eigentlichen Produkt zu passen. Dabei sind diese aus jeder Apple-Pressemitteilung herauszulesen: Dünn, leicht, leistungstark.

Vier Tastaturen im Wert von 530 Euro (!), die hier gerade um mich herum liegen, habe ich getestet. Hundertprozentig zufrieden bin ich mit keiner. Behalten werde ich zwei Modelle für verschiedene Anwendungsfelder. Gerade tippe ich – und das überrascht mich selbst am meisten – auf dem Apple Smart Keyboard. Aber der Reihe nach.

Logitech CREATE – eine solide, leider zu schwere Tastaturhülle mit perfektem Schreibgefühl.

Die Logitech CREATE habe ich direkt zusammen mit meinem iPad Pro 12.9" bestellt. Ich wusste auf was ich mich einlasse – war nach dem Auspacken aber doch ein wenig überrascht. Die CREATE ist nicht einfach nur eine Tastatur, sondern eine richtige Schutzhülle die das iPad komplett umschließt. Das iPad sicherer zu verpacken ist vermutlich kaum möglich. Dementsprechend massiv und schwer (725 Gramm) ist die Tastaturhülle. Nur blöd, das ich noch nie ein großer Fan von Hüllen war.

Daher gibt es einen Minuspunkt für das Einsetzen bzw. das Entfernen des iPads. Man braucht schon ein wenig Kraft und es beschleicht einen schnell das Gefühl, dass man bei häufiger Wiederholung etwas kaputt macht. Das iPad schnell aus der Hülle herauszuholen, um nur mit dem Apple Pencil darauf zu arbeiten, ist praktisch nicht möglich. Zwar kann man die Hülle so klappen, dass der iPad-Bildschirm die Tastatur überdeckt, doch das gesamt 1,5 Kilogramm schwere Konstrukt aus iPad und Tastaturhülle zu halten, ist wirklich kein Vergnügen.

Um das Verbinden muss man sich keine Gedanken machen, die CREATE nutzt Apples Smart Connector. Einfach das iPad auf den Magnetstreifen setzen – fertig. Strom bezieht die Tastatur auch über den Smart Connector. Sogar eine Hintergrundbeleuchtung in verschiedenen Intensitätsstufen ist integriert. Außerdem eine Funktionsleiste mit Home- und Lock-Button, Lautstärke und Helligkeitsreglern.

Das Schreiben auf der CREATE ist eine wahre Freude. Von den vier getesteten Tastaturen ist sie mein Favorit. Selbst Romanautoren dürften an ihr nichts zu kritisieren haben. Gut dass ich kein Autor bin und Kritisieren eine meiner Stärken ist: Mich stört außerdem der feste Blickwinkel. Auf dem Tisch ist er kein Problem, auf den Oberschenkeln leider viel zu steil.

Doch allein das phantastische Schreibgefühl sind ein Grund die CREATE zu behalten. Für längere Texte oder Webprojekte gibt es aktuell keine Alternative. Die CREATE wird meine Schreibtischtastatur.

 

BRIDGE 12.9 QWERTY – der Traum einer iPad-Tastatur. Leider nur als QWERTY-Version verfügbar.

Auf die BRIDGE 12.9 bin ich über Folge 126 vom Podcast Upgrade gestoßen. Dort schwärmten Myke Hurley und Jason Snell von ihr. Ich folgte blind deren Empfehlung. Doch nach dem Auspacken stellte sich Ernüchterung ein: Die BRYDGE hat ein QWERTY-Tastaturlayout. Die aufkeimende Hoffnung, dass ich mich beim Bestellen einfach nur verklickt hätte, verschwand nach kurzer Recherche. Sie ist weder als QWERTZ-Version verfügbar noch als solche geplant – das schrieb mir gestern der Kundenservice von BRYDGE:

We are looking into developing a version of the Brydge 12.9 in the QWERTZ variation but do not currently have any official plans to do so. We appreciate your feedback and I will push this through to my management team as we take customer input very seriously.

Dabei ist die BRYDGE mein Traum einer iPad-Tastatur. Zwar ist sie mit 710 Gramm ungefähr so schwer wie das iPad selbst, dafür grundsolide und wunderbar zu handhaben. Das Gehäuse aus Aluminium ist in allen iPad-Farben erhältlich. In Kombination erinnern Tastatur und iPad fast an ein MacBook, denn das iPad wird in zwei Scharniere am hinteren Rand gesteckt. Dort sitzt es fest und sicher. Der Blickwinkel kann bis 180° frei gewählt werden.

Die Tasten erinnern vom Schreibgefühl an die des MacBook Air und sind hintergrundbeleuchtet. Auch eine Reihe mit Funktionstasten ist vorhanden. Das Pairing erfolgt über Bluetooth, nicht über den Smart-Connector, funktioniert aber auch bei Aufklappen problemlos. Geladen wird über Micro-USB.

Sollte sich BRYDGE jemals für die Herstellung einer QWERTZ-Version entscheiden – ich kaufe sie sofort! Die QWERTY-Version geht leider zurück.

 

Supremery – für den Preis keine Überraschung. Auf Dauer unbenutzbar. Sie knarzt!

Die Tastatur von Supremery ist im Vergleich zu allen anderen Modellen ein echtes Schnäppchen. Für nur 45 Euro erhält man eine 980 Gramm schwere Vollplastik-Kopie der BRYDGE. Mit dem Material könnte ich prinzipiell leben, jedoch hat es in diesem Fall eine sehr unschöne Eigenschaft: Es knarzt. Die Tastatur knarzt beim auspacken, beim einstecken des iPads in das 135°-Scharnier, beim Aufklappen, beim Handballen auflegen, beim Tippen und beim Zuklappen. Kurz: Immer!

Verbunden wird die Supremery recht problemlos via Bluetooth. Geladen wird – nach nur 50 Stunden Benutzung – über Micro-USB. Die Tasten sitzen sehr locker und das Schreibgefühl ist schwammig. Ein weiteres Ausscheidungskriterium für mich: Die spitzen Klammern sind nur über die Fn-Taste zu erreichen. Eine verkrampfte Hand wäre nach ein paar Zeilen HTML vorprogrammiert.

Wer nicht viel Geld ausgeben möchte und nur ab und zu eine kurze Mail schreibt, kann die Supremery durchaus in Erwägung ziehen. Konzentriertes, dauerhaftes Schreiben ist jedoch, meiner Meinung nach, nicht möglich. Dass nicht nur die von mir getestete, sondern alle iPad-Tastaturen von Supremery knarzen, bestätigte mir übrigens der Kundenservice. Austausch zwecklos, zurück zu Amazon.

 

Apple Smart Keyboard

Dass Apples Originalzubehör annähernd so durchdacht ist wie die Produkte für das es bestimmt ist, beweisen sie mit ihrem Smart Keyboard . Mit nur 340 Gramm ist die Apple-Tastatur die leichteste auf dem Markt. Das geringe Gewicht macht sich jedoch auch negativ bemerkbar: Dem Smart-Cover-ähnlichen Aufbau der Tastatur fehlt es an Stabilität. Vor allem wenn man sie unterwegs auf den Oberschenkeln balancieren muss.

Auf dem Tisch macht sie mit ihrem festem, aber optimalen Blickwinkel eine gute Figur und das Tippen kürzerer Texte geht auf den wasserfesten Tasten mit Textiloberfläche erstaunlich gut von der Hand. Für längere Texte ist sie für mich ungeeignet. Auch das Klickgeräusch ist etwas gewöhnungsbedürftig. Dem angenehmen Blickwinkel ist es vermutlich geschuldet, dass Apple auf eine Reihe mit Funktionstasten verzichtet hat. An die entsprechenden Tastenkombinationen (z.B. command + Tab für den App-Switcher oder command + H für den Homescreen) gewöhnt man sich dafür schnell.

Für das Smart Keyboard spricht auch der schnelle Wechsel zwischen Tastatur-Nutzung und Pencil. Das Einklicken der Tastatur in die Magnetleiste oder das Abziehen sind problemlos möglich. Verbindung zum iPad und Stromzufuhr laufen über den Smart Connector.

Das geringe Gewicht und die Flexibilität machen das Smart Keyboard zum perfekten Begleiter. Täglich im Rucksack zählt für mich jedes Gramm und bei der Weiterbildung das leichte und flexible Handling. Das Smart Keyboard darf bleiben.

 

Fazit

Die Tastatur ist das Zubehör, das die Produktivität am iPad immens steigert. Ein gutes, ermüdungsfreies Schreibgefühl, taktiles Feedback das Sicherheit verleiht und einen angenehmen Geräuschpegel sollte sie mitbringen. Dazu geringes Gewicht und ein angenehmes Handling, das das Bedienkonzept des iPads nicht gänzlich ignoriert. Eine lösbare Aufgabe. Meint man. Doch leider muss die perfekte iPad-Tastatur erst noch gebaut werden. Sollte also ein Hersteller von iPad-Zubehör mitlesen – ich hätte da ein paar Ideen!

Zufrieden stellt mich mein Kompromiss aus zwei Tastaturen also nicht, doch zumindest sind alle Anwendungsfelder zunächst abgedeckt.


 

Okay, that escalated quickly!

Produktiv arbeiten mit dem iPad ist kein Problem. Aber warum ziehe ich das iPad sogar einem MacBook vor?

Vergangenen Dienstag habe ich mir recht spontan das iPad Pro 12.9" bestellt. Der Kauf war die logische Konsequenz aus den Erfahrungen der vergangen zwei Monate, in denen das iPad (Air 2), aus einer spontanen Überlegung heraus, zu meinem Hauptcomputer wurde. Die Begeisterung für das Arbeiten mit iOS kennt aktuell kaum Grenzen, weshalb mir das nur 9.7" große Air 2 recht schnell zu klein wurde. Nicht ganz unschuldig sind auch Myke Hurley und Frederico Viticci. Deren Podcasts bzw. Texte haben meine Arbeitswege in letzter Zeit sehr kurzweilig gestaltet und den Stein sozusagen ins Rollen gebracht.

Obwohl mein Projekt noch nicht so lang läuft wurde ich schon oft nach dem "Warum" gefragt. Die Gründe sind so verschieden wie vielfältig. Die Beantwortung der Frage soll nun auch Einstieg in eine ausführliche Dokumentation meines #projectipadonly sein.

Warum möchte ich ausgerechnet ein iPad als PC?

Zum einen wäre da der Formfaktor. Ein iPad fasst sich unglaublich gut an und ist für das was drin steckt unglaublich leicht. Kein Notebook (von Lenovo, HP oder Apple) besitzt diese einzigartige funktionale Haptik. Die guten alten PC-Tower-Tage, mit Lüfterrauschen und Kabelsalat, wünsche ich mir ebenso wenig zurück wie mehrere Anschlüsse an einem iPad. Ein universeller Lightning-Port (oder vermutlich bald USB-C-Port) genügt mir vollkommen. Ich liebe den nahtlosen Wechsel zwischen Hoch- und Querformat – beim Produzieren wie auch beim Konsumieren.

Dann wäre da das Betriebssystem iOS, welches massiv in Bewegung ist. Windows hat sich zwar in den letzten Jahren druchaus positiv entwickelt, aber an Windows 10 ist prinzipiell nicht vieles anders als an Windows 98. Deshalb verstehe ich diesen Windows-Umstiegshype, der aktuell in der Designer/Developer-Szene grassiert, nicht so ganz. macOS nutze ich nach wie vor sehr gern. Innovation sucht man aber auch hier vergeblich. Auch wenn Apple zum Beispiel die Einführung von Tags frenetisch feiert, ändert das nichts an der Tatsache, das die Dinger schon seit Jahren existieren und bisher einfach nur Labels hießen. Neue Funktionen übernimmt man inzwischen eher aus iOS.
Außerdem – und jetzt wird es ein bisschen nerdy-emotional – ist iOS das Betriebssystem dessen Entwicklung ich komplett mitverfolgen konnte. Seit dem iPhone 3G bzw. dem ersten iPad war ich als Nutzer Teil aller Entwicklungsstufen.

Weiter geht es mit der Eingabe. Seit Betriebssysteme mehr können als Informationen in Textform zu verarbeiten, haben sich schlaue Menschen mal mehr und mal weniger erfolgreich darüber Gedanken gemacht, wie man mit einem PC, über die Tastatur hinaus, interagieren kann. Die Maus war dabei sicher nicht die schlechteste Idee. Trackballs und -pads oder gar der rote Nupsi, den IBM inmitten seiner Notebook-Tastaturen untergebracht hat, waren nette Versuche (ja, in diesem Fall ist "nett" die kleine Schwester von "scheiße"). Lange Rede, kurzer Sinn: Ich mag die Touch-Eingabe! Ist die direkte Interaktion mittels Fingertip doch so intuitiv wie naheliegend.

Ein Weiteres Argument für das iPad ist seine Vielseitigkeit. Verglichen mit dem guten alten PC-Setup vereint es Maus, Tastatur und Scanner. Der Drucker wird auch nicht mehr benötigt – papierlos arbeiten ist mit keinem anderen Gerät so einfach. Stift und Block nutze ich eher noch aus Gewohnheit. Dank Apple Pencil dürfte sich dies auch bald ändern. Der Regenwald freut sich.

Bleibt noch die Mobilität. Den Schreibtisch habe ich mit unserem Umzug nach Freiburg verbannt. Ich habe keinen mehr. Ich sitze in der Küche, auf dem Boden, im Zug, auf dem Balkon, auf der Couch, im Café oder laufe auch mal mit dem iPad in der Wohnung auf und ab. Im Büro bin ich meist an den Schreibtisch gebunden, was der Kreativität nicht immer zuträglich ist. Das möchte ich zuhause nicht weiterführen. Und über Abwechslung freut sich auch der Rücken.

Kopf frei machen

Möchte man das iPad als Hauptcomputer nutzen sollte man sich als allererstes einmal von allen Vorurteilen und Gewohnheiten freimachen. Ganz besonders davon, mit dem iPad irgendetwas ersetzen zu wollen. Es ersetzt rein gar nichts. Es macht „nur“ etwas anders. Weiterhin sollte jeder für sich wissen, welche Anforderungen er an seinen PC hat und nicht von seinen, auf die Bedürfnisse der gesamten Menschheit schließen. Meine Anforderungen haben sich in den letzten Jahren zum Beispiel grundlegend geändert.

Ich spiele nicht mehr am PC. Ich pflege keine lokale Musik-Bibliothek mehr, dafür habe ich Spotify. Ich sammele keine Filme oder Serien auf meiner Festplatte, dafür gibt es Netflix und Amazon Prime Video. Sämtliche aktuellen, relevanten Daten (Bilder, Dokumente) liegen in der Cloud, Datensicherung auf externen Festplatten findet nicht mehr statt. Ich schneide seltenst ein Video, ich benötige keine komplizierten Entwicklungsumgebungen und Backup-Systeme oder muss mich in ein LAN einklinken können. Ich schreibe, konzipiere und koordiniere mehr. Ich recherchiere und lese viel.

Kein "Consumption-Device" sondern ein "Multi-Purpose-Device"

Ein weiteres Vorurteil, das schleunigst über Bord geworfen gehört ist, dass das iPad ein "Consumption-Device" sei. Das mag bei seiner Vorstellung im Jahr 2010 annähernd zutreffend gewesen sein. Doch heute, sieben Jahre und fünf Versionen von iOS später, sind doch ein paar mehr Dinge möglich als im Internet surfen, Mails abrufen und Fotos anschauen. Sowohl Apple als auch große Softwareanbieter, außerdem unzählige kleine Entwickler kreieren Apps für "professionelle" Anwender. Apps wie Word und Excel sind sogar besser als ihre Geschwister auf Windows oder macOS.

Momente der Frustration bleiben nicht aus

So begeistert die vorangegangen Worte auch klingen, ich stoße mit dem iPad auch an Grenzen. Inzwischen seltener, aber noch häufig genug. Oft sind es Barrieren im Kopf oder eine zu sehr von macOS und Windows geprägte Herangehensweise. Es sind aber auch Beschränkungen von iOS die mich gelegentlich fluchen lassen. Doch besonders bzgl. der noch bestehenden Beschränkungen in iOS bin ich sehr optimistisch.

Nah dran, an der Zukunft der Computer

Alles in allem ist das iPad derzeit das Gerät, das meiner Meinung nach, am nächsten an der Zukunft des Computers dran ist. Es macht einfach Spaß, die Entwicklung um das Gerät ist spannend und es erfüllt meine Ansprüche. Ich kann jedem, der sein iPad bisher nur auf der Couch genutzt hat, empfehlen es mehr in Alltag und Beruf zu integrieren. Es muss auch nicht gleich ein iPad Pro sein um produktiv zu werden – selbst das iPad Air hat genug Power. Dazu eine kleine Bluetooth-Tastatur und schon wird der Platz im Zug zum Büro.


 

Nachjustieren.

Ja es läuft noch, mein #projectipadonly, sogar sehr vielversprechend. Mir fehlt es nur an Zeit um darüber zu berichten. Es gibt aktuell so viele andere Baustellen (unter anderem wäre da eine Weiterbildung zum Betriebswirt und die Prüfung zu selbigem in vier Monaten). Außerdem muss ich meinen ursprünglichen Ansatz ein wenig nachjustieren. Denn gestartet bin ich in mein kleines Projekt mit einem sehr projekt­management- und webentwicklungs­lastigen Blick. In den letzten Wochen hat sich jedoch wieder viel Gestaltungskram in meinen Alltag geschlichen. Darüber möchte ich mich absolut nicht beklagen, ganz im Gegenteil. Doch das iPad ist in diesem Bereich das falsche Werkzeug – an professionelle Gestaltung und DTP ist unter iOS bisher nicht zu denken. Egal wie viele Apps sich Adobe noch ausdenkt – solang sie nicht „InDesign for iPad“ oder „Acrobat Pro for iPad“ heißen.

Nichtsdestotrotz, das iPad ist inzwischen mein Hauptcomputer – vermutlich liegt das Nutzungs­verhältnis bei etwa 70% iPad zu 30% Macbook. Sitze ich am Macbook, zeigen sich schon erste Entzugserscheinungen. Dann vermisse ich die direkte Interaktion und versuche auch mal auf dem Display herumzudrücken. Am iPad hingegen fehlen mir weder Trackpad noch Maus. Insgeheim liebäugle ich – im Bewusstsein dessen, dass bald neue Modelle kommen – auch schon mit einem iPad Pro 12.9". Als Hauptcomputer und vor allem bei Aufgaben die Multitasking erfordern, sind 9.7" einfach zu klein.

Das #projectipadonly ist also in vollem Gange. Ich sauge unfassbar viele Informationen auf und verstelle jeden Tag ein weiteres kleines Rädchen auf meinem Weg zum perfekten iPad-Workflow. Inspiriert von diesem Podcast, @stroughtonsmith bei Twitter oder diesem Artikel:

iOS is forming at the moment. It’s in active development and I’d like to embrace this. There are things way better to do on iOS and what can I say? I’m interested in trying out new things and see where technology goes in the next 5 years, but mainly to eliminate my dependence of a desk and work everywhere.


 

Eine Ansammlung von Gedanken und Erfahrungen aus dem #projectipadonly.

Seit zwei Wochen steht das Macbook fast unberührt im Regal (einzig für einen kleinen freiberuflichen Auftrag musste es aktiviert werden). Das iPad ist immer in meiner Nähe und hat schon einiges verändert. Meist kommt es morgens im Zug erstmalig zum Einsatz wenn ich die Digitalausgabe der taz überfliege. So fühle ich mich erstmal ausreichend informiert und verbringe über den Tag weniger Zeit auf Spiegel-Online & Co.

Im Büro angekommen ergänzt das iPad nun den Schreibtisch. Nicht nur weil die Firmenwebsite kürzlich ein responsives Design bekommen hat und ich häufig das Layout getestet habe. Auch weil sich eine WhatsApp-Nachricht oder eine Notiz in Evernote einfach schneller über die Bluetooth-Tastatur tippen lassen. Das iPad hat hier also schon Aufgaben vom iPhone übernommen.

Auf der Heimfahrt ist meist genügend Zeit für den privaten Mailverkehr. Hier überlege ich, wie auch am Mac, auf Airmail umzusteigen. Für die kurze Mail zwischendurch war Apples Mail-App bisher ganz brauchbar, doch wenn fast der gesamte Mailverkehr darüber läuft, vermisse ich individuelle Labels oder verschiedene Signaturen.

Wenig später in der IHK, bei der Weiterbildung zum Betriebswirt, die ich an zwei Abenden je Woche besuche, nutze ich nun PDF Expert für meine digitalisierten Skripte und Notizen in selbigen. Alle weiteren Notizen und Erinnerungen wandern direkt in Evernote. Auch ein Tafelbild lässt sich über die integrierte Scanfunktion einfach festhalten.

An meinem freien Tag saß ich mit dem iPad im Jos Fritz Café. Bei Tee, leckerem Nudelauflauf, Kaffee und in angenehmer Umgebung entstand dieses minimalistische Blog-Layout. Mit Coda, direkt auf dem Server und dank guter 4G-Verbindung.

Seit beginn meines Selbstversuchs schreibe ich wieder vermehrt mit iA Writer und zunehmend in Klartext/Markdown. Generell stelle ich fest, dass ich fokussierter arbeite. Das mag am Vollbildmodus liegen oder daran, dass der Wechsel zwischen den Apps mehr Zeit kostet als am Mac und damit überlegter stattfindet. Im Vollbildmodus zur arbeiten konnte ich mir am Mac nicht so recht angewöhnen und so waren Airmail, Twitter oder Spotify wunderbare Möglichkeiten sich von der eigentlichen Arbeit abzulenken. Die beiden letztgenannten habe ich nun am Macbook deinstalliert.


 

Wenn entzippen zum Problem wird …

Sicher, ich hätte zunächst über die besten Mail-Apps für iOS berichten können. Oder ich hätte mich ausführlich zu meiner neuen Tastatur-Hülle (Logitech Type+ – gutes Teil!) äußern können. Aber nein, ich muss ja unbedingt herausfinden ob ein iPad einen Computer ersetzen kann. Also rein in den Alltag um damit zu beginnen die Grundlagen für ein kleines Web-Projekt zu schaffen.

Dafür habe ich mir zunächst Coda for iOS gegönnt – für nicht gerade günstige 24,99 Euro. Die App ist jeden Cent wert – gutes und durchdachtes Design, ein integrierter File-Manager und SSH-Terminal. Nach dem Einrichten der FTP-Zugänge wollte ich mein – derzeit präferiertes – Font-end Framework UIkit sowie eine aktuelle WordPress-Version herunter- und auf meinen Server hochladen. Es wurde kompliziert. Denn sowohl das Framework als auch WordPress kommen natürlich als ZIP daher.

Apps zum entzippen gibt es zwar unzählige, doch keine der getesteten bot gleich die Verbindung zum FTP-Server. Wenn überhaupt führte der (Um)Weg immer über einen Cloud-Dienst und dafür wurden ein paar Euro für die sogenannte “Pro”-Version fällig. Meine Begeisterung hielt sich schwer in Grenzen und ich verfluchte erstmalig mein grandioses Experiment. Dann kam der rettende Tipp von Dominic: Documents von Readdle! Interessanterweise befand sich die App bereits in meiner Bibliothek. Ich konnte mich jedoch absolut nicht mehr an sie erinnern.

Nun, Documents ist großartig! Die App löst nicht nur ganz hervoragend das beschriebene Problem, sie wird in der nächsten Zeit wohl auch eine zentrale Rolle auf meinem iPad spielen und dabei als Finder-/Explorer-Ersatz dienen. Immer wenn Dokumente und Daten von A nach B müssen wird Documents zur Schnittstelle. Ganz nebenbei werden die Apps für OneDrive und Dropbox ersetzt, da beide – von mir genutzen Dienste – bereits integriert sind.


 

Frei nach Apple: Der beste Computer ist vielleicht keiner.

Mein PC – personal computer – das war früher mal eine Ansammlung schwerer und globiger Geräte mit einem Gewicht von 12 Kilogramm. Mit allerlei Kabeln, konstantem Lüfterrauschen und regelmäßigen Bluescreens. Mein PC stand auf dem Schreibtisch im “Kinderzimmer” und dort bewegte er sich – außer für die LAN-Party – nicht weg.

Was ich heute unter einem personal computer verstehe wiegt keine 500 Gramm, ist immer online und ein ständiger Begleiter in meinem Rucksack. Seit letzter Woche ist es ein iPad Air 2  (Wi‑Fi + Cellular). Das, nur am Rande, vierte iPad das ich seit Herbst 2010 besitze. 

Das Vorgänger-iPad (ein Air) war auch annähernd täglich im Einsatz. Bei der Weiterbildung nicht wegzudenken, ebenso auf Reisen. Zuhause war es stets schneller zur Hand und einsatzbereit als das Macbook. Die Frage, wann und warum ein Macbook dann überhaupt noch notwendig ist, drängte sich damit gewissermaßen auf. Beantwortet habe ich mir die Frage bisher immer mit meinem beruflichen Hintergrund und den dafür notwendigen Programmen, die man auch gern im privaten nutzt. Wenn auch nur aus Gewohnheit.

Doch seit ich das iPad Air 2 ausgepackt habe und dieses nur 6,1 Millimeter dünne und 444 Gramm leichte, wunderschöne Gerät in Händen hielt, lasse ich diese Antwort nicht mehr gelten. Mehr denn je möchte ich ergründen, ob ein iPad als personal computer ausreicht. Wie weit kann ich mich an die vermeintlichen Beschränkungen durch iOS anpassen? Wo liegen die Grenzen der Touch-Bedienung bzw. bestehen diese überhaupt? Is there really an app for everthing? Muss ich zwischen beruflicher (professioneller) und privater Nutzung unterscheiden oder klarer trennen? Und was ist mit dem Filesystem?

All diesen Fragen werde ich mich in kommenden Wochen widmen. Aktuell durchforste ich den App Store nach guten und nützlichen Apps (dass man diese inzwischen zurückgeben kann ist äußerst praktisch) und bin überrascht wie viele ich noch nicht kenne. Morgen kommt eine neue Hüllen-Tastatur-Kombi von Logitech und löst das bisherige Ultrathin-Keyboard ab. Das Experiment läuft …


 

Dieses Blog wird mit 💙 und WordPress betrieben. Gecodet – auf Basis von UIkit – und getextet wird ausschließlich mit einem iPad . Impressum. 🏳️‍🌈

Hey, ich bin Oliver! Ich habe irgendwas mit Medien gelernt, lebe in Freiburg, beschäftige mich beruflich mit Energie und fahre Rad.



#projectipadonly