Hey, ich bin Oliver! Ich habe irgendwas mit Medien gelernt, lebe in Freiburg, beschäftige mich beruflich mit Energie und fahre Rad.



#projectipadonly

Schwarzwald ❤

Wären nicht so viele Insekten unterwegs gewesen, wäre ich wohl mit vor Staunen offen stehendem Mund hinauf zum Neuhäusle gefahren – so wunderschön war der Streckenabschnitt ab Obersimonswald. Auf schmalen Wegen windet man sich in einem engen Tal hinauf – umgeben von schroffen Felsen, der Wilden Gutach, Wald wohin das Auge blickt und wenig Verkehr! Schwarzwald ❤!


 

#roadbike

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Was ist nur mit mir passiert? Ich sitze um kurz nach zehn an Schreibtisch und verspüre das dringende Bedürfnis nach Feierabend auf mein Rennrad zu steigen. Selbst wenn die Temperaturen dann wieder mindestens bei knackigen 30°C liegen, werde ich mich kaum davon abhalten lassen eine #Feierabendrunde zu drehen.

Zwei oder drei mal in der Woche sitze ich – seit mich das Rennradfieber vor etwa 10 Wochen gepackt hat – im Sattel. Letzten Monat waren es über 460 Kilometer und 6.200 Höhenmeter. Eine Strecke auf die ich durchaus stolz bin. Dabei fahre ich letztlich nicht um schneller und fitter zu werden – das ist “nur” ein durchaus willkommener Nebeneffekt. Ich kann jedoch nicht leugnen mich zu freuen, wenn ich einen Berg inzwischen 2 km/h schneller hoch fahre als noch vor einigen Wochen. Um ehrlich zu sein bin ich sogar verdammt stolz darauf, dass ich als ehemaliger Sportmuffel überhaupt einen Berg – sagen wir den Kandel – hochfahren kann, ohne mit Schnappatmung vom Rad zu kippen. 

Einigermaßen guten Asphalt vorausgesetzt, macht das Fahren auf den schmalen Rädern unfassbaren Spaß. Dieses großartige Gefühl von Leichtigkeit und Geschwindigkeit in der Ebene, wenn man in den höchsten Gängen und mit kräftigen Tritten beschleunigt. Doch selbst wenn es mitunter steil bergan geht und ich mich in den untersten Gängen den Berg hinaufschiebe, hat das Rennradfahren seinen besonderen Reiz. Außer beim Wandern könnte man die Landschaft – den Schwarzwald oder den Kaiserstuhl – kaum unmittelbarer erleben.

Was dann nach dem erklimmen eines Passes in meinem Kopf passiert, wenn auf Erschöpfung die einer rasanten Abfahrt geschuldete Adrenalin-Ausschüttung folgt, kann man nur noch schwer beschreiben. Der Alltag ist dann jedenfalls ganz weit weg … oder er kommt bei 70 km/h einfach nicht mehr hinterher.


 

Leserbrief: „Über Umzug nachdenken“ →

Als Anwohner des Emmendinger Marktplatzes platzt mir langsam der Kragen, wenn ich von den “leidgeprüften Anwohnern der Hebelstraße” lesen muss, die nun schon wieder auf die Barrikaden gehen, weil Christoph Römmler mit seinem Festival einen Tag mehr zur kulturellen Vielfalt dieser Stadt beitragen möchte.

Zum Vergleich: Auf dem Marktplatz gibt es an vier Tagen im Jahr den Künstlermarkt, es gibt einen Gesundheitstag, die Emmendinger Nacht, zwei Musiknächte, das Härdepfl-Feschd, den Radmarkt und den Brettlemarkt, nicht zu vergessen das viertägige Weinfest oder die Eisbahn mit Weihnachtsmarkt über mehrere Wochen. Als Überraschung am Sonntag morgen, steht auch schon mal die Emmendinger Stadtmusik vorm Fenster, es gastiert das SWR-Pfännle oder die Feuerwehr präsentiert sich oder die Lebenshilfe … oder oder oder.

Da fragt man sich doch, worüber sich die Hebelstraßenbewohner eigentlich beschweren? Nicht, dass ich in deren Kanon einsteigen möchte. Im Gegenteil! Ich möchte darum bitten, sich einmal vor Augen zu führen, was uns diese kleine Stadt alles bietet und was das System am laufen hält. Damit meine ich nicht nur das kulturelle Angebot – auch die Geschäfte, Cafés und Restaurants. Wovon würden sie leben, wenn nicht jedes zweite oder dritte Wochenende Hunderte, wenn nicht Tausende Besucher nach Emmendingen kommen würden. Allein vom Umsatz, den die Hebelstraßenbewohner bescheren, sicher nicht.

Wer früh raus muss (wie mein Partner im Übrigen auch), dem empfehle ich Ohropax oder doch einmal über einen Umzug in eine ähnlich große Stadt nachzudenken, in der es eine Veranstaltungsvielfalt, wie sie uns Emmendingen bietet, nicht gibt. Aber nicht wundern, wenn dort die Innenstadt verwaist ist, man sein Bier allein am Küchentisch trinken muss und die nächste Bäckerei 10 Autominuten entfernt ist.

Ich dachte immer, das Alter in dem man Leserbriefe an die Lokalzeitung richtet, würde ich erst in einigen Jahrzehnten erreichen. Tja, falsch gedacht, diese Woche schrieb ich den ersten Leserbrief meines Lebens. Und kaum zwei Stunden nach Veröffentlichung kommen schon zahlreiche Reaktionen aus der ganzen Stadt. Bleibt abzuwarten bis man sich mit Heugabeln vor unserem Fenster versammelt.


 

Back to the Future.

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Seit einigen Tagen trage ich wieder die Pebble der 1. Generation, denn so richtig glücklich bin ich mit meiner Pebble Time nicht. Das Gehäuse um das Display ist bereits unansehnlich verkratzt, das Armband zieht jede Art von Schmutz magisch an, der Akku muss nach nur vier Tagen wieder geladen werden und – obwohl sie sich mehr wie eine Uhr anfühlt und auch trägt – das neue Pebble OS mit seinen ständigen Animationen ist mir im Alltag zu verspielt und schlicht zu langsam.

Nehmen wir als Beispiel den Empfang einer Nachricht: Am Arm vibriert es und ich blicke in Richtung Handgelenk. An meiner Pebble bekomme ich in den seltensten Fällen noch mit wie sich die Nachricht von unten auf das Display schiebt. Bei der Pebble Time muss ich mir erst die Animation einer Flaschenpost ansehen. Auch wenn dies nur minimal länger dauert, die Verzögerung ärgert mich zunehmend. Auch beim Wechsel zwischen Timeline und Menü oder beim Öffnen einer App – immer bremst eine Animation, an der man sich viel zu schnell satt sieht.

Das farbige eInk-Display überzeugt mich auch nicht wirklich. Die geringe Auflösung stört mich dabei jedoch überhaupt nicht. Bei Tageslicht betrachtet sieht es nett aus, doch leider geht irgendwann die Sonne unter und bei aktivierter Hintergrundbeleuchtung bleibt von den 4096 Farben (von denen nur 32 zeitgleich darstellbar sind) nur noch ein ungesättigter Farbschimmer.

Die Idee der Timeline empfand ich in der Theorie sehr durchdacht und sinnvoll – zumindest hob es sich von allen anderen Smartwatch-Konzepten, die nur Informationen vom Smartphone durchreichen oder es in geringem Maße fernsteuern, ab. In der Praxis fehlt mir noch die sinnvolle Anwendung der Timeline über die Vorschau der anstehenden Termine hinaus. Ich lasse mir schon nicht jeden Mist auf mein Smartphone pushen – noch weniger landet also auf der Smartwatch. Ich verfolge kaum Sportereignisse und bin auch kein Vielflieger, wann die Sonne untergeht sehe ich beim Blick aus dem Fenster und wenn ich wissen möchte wie das Wetter wird, genügt mir ein 8 Pixel großes Icon leider nicht.

Zumindest weiß ich nun, was ich von (m)einer Smartwatch erwarte. Ich möchte die Informationen – die ich möchte – durchgereicht bekommen um nicht das Smartphone hervorkramen zu müssen. Der Akku sollte eine Woche durchhalten. Das Display muss in allen Situation gut und möglichst gleichbleibend ablesbar sein – die Anzahl der Farben ist mir dabei herzlich egal. Wenn ich dann noch meinen Einkaufszettel aus Evernote und ein paar Daten zur aktuellen Radtour an meinem Handgelenk ablesen kann, bin ich rundum zufrieden.


 

Red Bull kann Werbung!

Ich war nie ein sonderlich großer Fan vom Getränk Red Bull. An der Marke Red Bull und allem was dahinter steckt – vom Sportmarketing, Verlagshaus bis zum Förderer von Universitäten und der Region Salzburg – kommt man jedoch kaum vorbei. Vor allem nicht als “Werbeschaffender” (schlimmes Wort, ich weiß). Das ist schon sehr beachtlich, was da auf die Beine gestellt wird.

Umso mehr beeindruckt mich Red Bulls derzeitige Social Sampling-Aktion, die mich durch folgenden Tweet ansprach:

14 Minuten später antwortete das Red Bull-Team:

Damit, dass keine Standard-Antwort zurück kam, sondern man sich wirklich mit dem auseinandergesetzt hatte, was ich schrieb, hatten sie mich. Auch ein Blick in die Red Bull-Timeline zeigte, dass viele andere solch nette und persönliche Replies bekommen hatten.
Also habe ich meinen Code auf der genannten Website ein- und meine Adresse preisgegeben.

Nur einen Tag später kam ein Paket (abgeholt habe ich es jedoch erst heute). Obenauf lag eine Postkarte – handgeschrieben und mit Bezug auf meinen Tweet.

Unabhängig von meinem beruflichen Hintergrund fühlte ich mich durchaus geschmeichelt. Durch meinen beruflichen Hintergrund weiß ich: Wenn etwas bei potentiellen Kunden zieht, dann ist es personalisierte Werbung – das erfahre ich in meinem Job täglich. Der vollautomatisierte Andruck des Namens, beeindruckt dabei jedoch niemanden mehr. Dazu gehört mehr – man muss sehen, dass ein Mensch dahinter steckt, keine Maschine.

Besser als Red Bull kann man personalisierte Werbung bzw. Direktmarketing – und zusätzlich noch die Verbindung der sozialen Medien mit dem “wahren” Leben – eigentlich kaum hinbekommen. Da werden die sechs kostenlosen Dosen fast schon zur Nebensache. In den handgeschriebenen Zeilen steckt Wertschätzung. Die Empathie des Red Bull-Teams für seine potentiellen Kunden, die Zeit die sich jemand nur für mich genommen hat, bewerte ich weit höher, als das Geschenk. Zumindest die zuckerfreien Getränke werde ich natürlich trotzdem (oder gerade deswegen) probieren!


 

Ehe für alle: Weg mit der Ehe!

Ehe für alle: Weg mit der Ehe!


 

Ein Jahr autolos.

Die vor etwa einem Jahr gefällte Entscheidung mein Auto zu verkaufen war eine der besten aller Zeiten. Was sich anfänglich nach eingeschränkter Bewegungsfreiheit anfühlte, wandelte sich schnell in Gefallen an der Entschleunigung und, mit dem Kauf meines Pedelecs, in Begeisterung an Bewegung. Nicht nur, dass ich die notwendigen Wege seither auf dem Rad zurücklege, ich sitze auch sonst des Öfteren auf dem Sattel. Nach Feierabend mit dem Crossrad eine kleine Runde durch den Emmendinger Stadtwald oder am Wochenende mit dem Singlespeeder um den Kaiserstuhl. Man könnte behaupten, dass mich nach nun fasst dreißig Lebensjahren auch die Erkenntnis erreicht hat, dass dieser Sport von dem immer alle gesprochen haben, tatsächlich gut tut!


 

Schnitzkurs im Erzgebirge.

Wer wie ich im Vogtland aufgewachsen, Kind traditionsbewusster Eltern und ein wenig kreativ veranlagt ist, der musste früher oder später mit dem Schnitzen in Berührung kommen. Vor allem in der Weihnachtszeit ist die vogtländische (und die sehr ähnliche erzgebirgische) Sagenwelt bevölkert von zahlreichen aus Holz gefertigten Figuren. Bergmänner und Engel stehen im Fenster, kleine Tiere und Männchen verschiedenster Gewerke drehen sich auf Pyramiden, Nussknacker und Räuchermänner zieren Regale und Kommoden. Und dann ist da noch der Moosmann, eine Sagengestallt des Vogtlandes. Über und über bedeckt mit Moos, nicht gerade groß, schon recht alt und vor allem gutherzig (was sich in der Regel in seinen Gesichtszügen äußert), findet man ihn in hundertfachen Interpretaionen. Aus Ton modelliert, aus Holz gedrechselt oder eben, wie ich finde am schönsten, geschnitzt.

Das ist, in sehr groben Zügen, der Grund warum ich in der letzten Woche einen Schitzkurs im Erzgebirge, genauer in der Volkskunstschule im Schloss Schwarzenberg, besuchte. Und was soll ich sagen, es war phantastisch. Nachdem ich die erste Stunde recht hilflos an meinem vorgesägten Holzblock herum gestemmt habe, kam mit dem erkennen erster Formen recht schnell große Euphorie auf. Mit jedem Schritt lernte ich neue Werkzeuge und das Material Holz – in meinem Fall wunderbar weiches Lindenholz – besser kennen. Unter der fachmännischen Anleitung unseres großartigen und überaus sympathischen Dozenten Hartmut Rademann, schnitze ich innerhalb der ersten beiden Tage meine erste Figur – einen Fuchs! Auch wenn er am Ende nicht ganz so aussah wie ich ihn mir vorgestellt habe – was jedoch an meinem mangelnden dreidimensionalen Vorstellungsvermögen lag – war und bin ich mit dem Ergebnis doch ziemlich glücklich.

In den verbleibenden drei Tagen widmete ich mich Figur Nr. 2 – einem Bären. Die Form des Holzes erforderte zunächst einmal eine Anpassung meiner Vorstellungen. Und weil das noch nicht genügte, sollte der Bär nun auch noch in dynamischerer Pose daherkommen. Man merkt, meine Ansprüche stiegen schnell! Also Skizze raus und rumgescribbelt. Mit dem Wissen der ersten Tage, einem weiteren Werkzeug – das wie für meine Hände geschaffen war und den Hilfestellungen von Herrn Rademann (der mit vier gekonnten Schnitten die Grundzüge des Bärenkopfes modellierte) wurde, mit dem unaufhaltsam näherrückenden Ende des Kurses, aus einem “leblosen” Holzklotz ein dynamisch um die Ecke schleichender Bär.

Eine Woche liegt der Schnitzurlaub nun zurück, der Alltag hat mich wieder – doch meinen Bären nehme ich fast täglich zur Hand und freue mich auf den nächsten Kurs im Herbst 2016. Doch bis dahin wird sicher ein Schnitzbock in unsere Wohnung einziehen.


 

#status

  1. Ohne eine anstehende Prüfung im Nacken lebt es sich leichter. Auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass ich meine erste Klausur in Psychologie – und damit ein halbes Jahr Fernstudium – gegen die Wand gefahren habe. An diesem Punkt greift dann ein Abwehrmechanismus aus der Psychoanalyse, die Verdrängung.
  2. Zum Jahresbeginn bin ich voller Elan in ein veganes Experiment gestartet. Doch vor einigen Wochen habe ich dann doch wieder in ein Fleischkäse-Brötchen gebissen. Nicht weil ich Fleisch vermisst hätte oder es sonderlich gut schmecken würde (das tat es ganz und gar nicht). Es war nur so wunderbar einfach und ohne großen zeitlichen Aufwand zu besorgen wie zu verspeißen. Die Zeit die ich mir Anfangs für Frühstück, zur Mittagspause oder am Abend für die Zubereitung von frischem Essen ohne tierische Erzeugnisse genommen habe, war irgendwann nicht mehr vorhanden (siehe Punkt 1). Und schließlich ist nichts einfacher als in alte Gewohnheiten zurückzufallen. 
    Ich habe allerdings auch festgestellt, dass es rein vegan – aufgrund meiner Fruktoseintoleranz – nicht geht. Aber zumindest vegetarische Ernährung muss drin sein. Ich versuche es wieder.
  3. Wann immer ein Zusteller von DHL, UPS, Hermes oder DPD ein Paket mittlerer Größe bei uns abgibt, ist mir ein fragend-vorwurfsvoller Blick meines Liebsten sicher. Denn meist befindet sich darin eine neue alte Kamera. Doch seit November des letzten Jahres konnte ich der Versuchung widerstehen. Ich habe sogar kürzlich meine leider defekte Leica M3 verkauft und das “gewonnene” Geld nicht weiter investiert. Überhaupt bin ich derzeit sehr glücklich mit vier Kameras – drei analogen und einer digitalen –, plane ein kleines Fotoprojekt mit der Yashica T4 und werde demnächst (endlich) die zweite Ausgabe von Random Exposures und dazu ein kleines Nordsee-Special veröffentlichen.

 

On the way to a smarter watch →


 

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