Hey, ich bin Oliver! Ich habe irgendwas mit Medien gelernt, lebe in Freiburg, beschäftige mich beruflich mit Energie und fahre Rad.



#projectipadonly

Die beste Tastatur für das iPad Pro 12.9". Oder auch: Ich hatte sie alle!

Von einem, der aufbrach, die ideale iPad Pro-Tastatur zu finden.

Seit den ersten Tagen des personal computers gab es, zur Steuerung der schlichten grauen Kästen, eine Tastatur. Wer hätte also ahnen können, dass es – Jahrzehnte später – so schwierig sein würde die passende Tastatur für das iPad Pro 12.9" zu finden. Seit dem ersten iPad habe ich mir immer eine Tastatur dazugekauft – denn mehr als einen Suchbefehl für Google, eine URL oder ein Passwort für meinen Mailaccount tippe ich auf der Bildschirmtastatur äußerst ungern. Damit ist es selbstverständlich, dass auch bei meinem Versuch das iPad als Hauptcomputer zu nutzen, kein Weg an einer Tastatur vorbei führt.

Für das iPad Air oder das Pro 9.7" finden sich unzählige Modelle die meinen wichtigsten Kriterien entsprechen:

  • Gutes Schreibgefühl (vor allem bei längeren Texten) und ein angenehmes taktiles Feedback.
  • Geringes Gewicht.
  • Zum Bedienkonzept des iPads passendes Handling.

Für das Pro 12.9" sucht man dagegen, auf einem überraschenderweise sehr überschaubaren Markt, fast vergeblich. Größer, schwerer und globiger geht es immer. Doch kaum ein Hersteller scheint sich vor Augen zu führen für welches Gerät er sein Zubehör anbietet oder welche Kerneigenschaften es erfüllen sollte, um zum eigentlichen Produkt zu passen. Dabei sind diese aus jeder Apple-Pressemitteilung herauszulesen: Dünn, leicht, leistungstark.

Vier Tastaturen im Wert von 530 Euro (!), die hier gerade um mich herum liegen, habe ich getestet. Hundertprozentig zufrieden bin ich mit keiner. Behalten werde ich zwei Modelle für verschiedene Anwendungsfelder. Gerade tippe ich – und das überrascht mich selbst am meisten – auf dem Apple Smart Keyboard. Aber der Reihe nach.

Logitech CREATE – eine solide, leider zu schwere Tastaturhülle mit perfektem Schreibgefühl.

Die Logitech CREATE habe ich direkt zusammen mit meinem iPad Pro 12.9" bestellt. Ich wusste auf was ich mich einlasse – war nach dem Auspacken aber doch ein wenig überrascht. Die CREATE ist nicht einfach nur eine Tastatur, sondern eine richtige Schutzhülle die das iPad komplett umschließt. Das iPad sicherer zu verpacken ist vermutlich kaum möglich. Dementsprechend massiv und schwer (725 Gramm) ist die Tastaturhülle. Nur blöd, das ich noch nie ein großer Fan von Hüllen war.

Daher gibt es einen Minuspunkt für das Einsetzen bzw. das Entfernen des iPads. Man braucht schon ein wenig Kraft und es beschleicht einen schnell das Gefühl, dass man bei häufiger Wiederholung etwas kaputt macht. Das iPad schnell aus der Hülle herauszuholen, um nur mit dem Apple Pencil darauf zu arbeiten, ist praktisch nicht möglich. Zwar kann man die Hülle so klappen, dass der iPad-Bildschirm die Tastatur überdeckt, doch das gesamt 1,5 Kilogramm schwere Konstrukt aus iPad und Tastaturhülle zu halten, ist wirklich kein Vergnügen.

Um das Verbinden muss man sich keine Gedanken machen, die CREATE nutzt Apples Smart Connector. Einfach das iPad auf den Magnetstreifen setzen – fertig. Strom bezieht die Tastatur auch über den Smart Connector. Sogar eine Hintergrundbeleuchtung in verschiedenen Intensitätsstufen ist integriert. Außerdem eine Funktionsleiste mit Home- und Lock-Button, Lautstärke und Helligkeitsreglern.

Das Schreiben auf der CREATE ist eine wahre Freude. Von den vier getesteten Tastaturen ist sie mein Favorit. Selbst Romanautoren dürften an ihr nichts zu kritisieren haben. Gut dass ich kein Autor bin und Kritisieren eine meiner Stärken ist: Mich stört außerdem der feste Blickwinkel. Auf dem Tisch ist er kein Problem, auf den Oberschenkeln leider viel zu steil.

Doch allein das phantastische Schreibgefühl sind ein Grund die CREATE zu behalten. Für längere Texte oder Webprojekte gibt es aktuell keine Alternative. Die CREATE wird meine Schreibtischtastatur.

 

BRIDGE 12.9 QWERTY – der Traum einer iPad-Tastatur. Leider nur als QWERTY-Version verfügbar.

Auf die BRIDGE 12.9 bin ich über Folge 126 vom Podcast Upgrade gestoßen. Dort schwärmten Myke Hurley und Jason Snell von ihr. Ich folgte blind deren Empfehlung. Doch nach dem Auspacken stellte sich Ernüchterung ein: Die BRYDGE hat ein QWERTY-Tastaturlayout. Die aufkeimende Hoffnung, dass ich mich beim Bestellen einfach nur verklickt hätte, verschwand nach kurzer Recherche. Sie ist weder als QWERTZ-Version verfügbar noch als solche geplant – das schrieb mir gestern der Kundenservice von BRYDGE:

We are looking into developing a version of the Brydge 12.9 in the QWERTZ variation but do not currently have any official plans to do so. We appreciate your feedback and I will push this through to my management team as we take customer input very seriously.

Dabei ist die BRYDGE mein Traum einer iPad-Tastatur. Zwar ist sie mit 710 Gramm ungefähr so schwer wie das iPad selbst, dafür grundsolide und wunderbar zu handhaben. Das Gehäuse aus Aluminium ist in allen iPad-Farben erhältlich. In Kombination erinnern Tastatur und iPad fast an ein MacBook, denn das iPad wird in zwei Scharniere am hinteren Rand gesteckt. Dort sitzt es fest und sicher. Der Blickwinkel kann bis 180° frei gewählt werden.

Die Tasten erinnern vom Schreibgefühl an die des MacBook Air und sind hintergrundbeleuchtet. Auch eine Reihe mit Funktionstasten ist vorhanden. Das Pairing erfolgt über Bluetooth, nicht über den Smart-Connector, funktioniert aber auch bei Aufklappen problemlos. Geladen wird über Micro-USB.

Sollte sich BRYDGE jemals für die Herstellung einer QWERTZ-Version entscheiden – ich kaufe sie sofort! Die QWERTY-Version geht leider zurück.

 

Supremery – für den Preis keine Überraschung. Auf Dauer unbenutzbar. Sie knarzt!

Die Tastatur von Supremery ist im Vergleich zu allen anderen Modellen ein echtes Schnäppchen. Für nur 45 Euro erhält man eine 980 Gramm schwere Vollplastik-Kopie der BRYDGE. Mit dem Material könnte ich prinzipiell leben, jedoch hat es in diesem Fall eine sehr unschöne Eigenschaft: Es knarzt. Die Tastatur knarzt beim auspacken, beim einstecken des iPads in das 135°-Scharnier, beim Aufklappen, beim Handballen auflegen, beim Tippen und beim Zuklappen. Kurz: Immer!

Verbunden wird die Supremery recht problemlos via Bluetooth. Geladen wird – nach nur 50 Stunden Benutzung – über Micro-USB. Die Tasten sitzen sehr locker und das Schreibgefühl ist schwammig. Ein weiteres Ausscheidungskriterium für mich: Die spitzen Klammern sind nur über die Fn-Taste zu erreichen. Eine verkrampfte Hand wäre nach ein paar Zeilen HTML vorprogrammiert.

Wer nicht viel Geld ausgeben möchte und nur ab und zu eine kurze Mail schreibt, kann die Supremery durchaus in Erwägung ziehen. Konzentriertes, dauerhaftes Schreiben ist jedoch, meiner Meinung nach, nicht möglich. Dass nicht nur die von mir getestete, sondern alle iPad-Tastaturen von Supremery knarzen, bestätigte mir übrigens der Kundenservice. Austausch zwecklos, zurück zu Amazon.

 

Apple Smart Keyboard

Dass Apples Originalzubehör annähernd so durchdacht ist wie die Produkte für das es bestimmt ist, beweisen sie mit ihrem Smart Keyboard . Mit nur 340 Gramm ist die Apple-Tastatur die leichteste auf dem Markt. Das geringe Gewicht macht sich jedoch auch negativ bemerkbar: Dem Smart-Cover-ähnlichen Aufbau der Tastatur fehlt es an Stabilität. Vor allem wenn man sie unterwegs auf den Oberschenkeln balancieren muss.

Auf dem Tisch macht sie mit ihrem festem, aber optimalen Blickwinkel eine gute Figur und das Tippen kürzerer Texte geht auf den wasserfesten Tasten mit Textiloberfläche erstaunlich gut von der Hand. Für längere Texte ist sie für mich ungeeignet. Auch das Klickgeräusch ist etwas gewöhnungsbedürftig. Dem angenehmen Blickwinkel ist es vermutlich geschuldet, dass Apple auf eine Reihe mit Funktionstasten verzichtet hat. An die entsprechenden Tastenkombinationen (z.B. command + Tab für den App-Switcher oder command + H für den Homescreen) gewöhnt man sich dafür schnell.

Für das Smart Keyboard spricht auch der schnelle Wechsel zwischen Tastatur-Nutzung und Pencil. Das Einklicken der Tastatur in die Magnetleiste oder das Abziehen sind problemlos möglich. Verbindung zum iPad und Stromzufuhr laufen über den Smart Connector.

Das geringe Gewicht und die Flexibilität machen das Smart Keyboard zum perfekten Begleiter. Täglich im Rucksack zählt für mich jedes Gramm und bei der Weiterbildung das leichte und flexible Handling. Das Smart Keyboard darf bleiben.

 

Fazit

Die Tastatur ist das Zubehör, das die Produktivität am iPad immens steigert. Ein gutes, ermüdungsfreies Schreibgefühl, taktiles Feedback das Sicherheit verleiht und einen angenehmen Geräuschpegel sollte sie mitbringen. Dazu geringes Gewicht und ein angenehmes Handling, das das Bedienkonzept des iPads nicht gänzlich ignoriert. Eine lösbare Aufgabe. Meint man. Doch leider muss die perfekte iPad-Tastatur erst noch gebaut werden. Sollte also ein Hersteller von iPad-Zubehör mitlesen – ich hätte da ein paar Ideen!

Zufrieden stellt mich mein Kompromiss aus zwei Tastaturen also nicht, doch zumindest sind alle Anwendungsfelder zunächst abgedeckt.


 

Okay, that escalated quickly!

Produktiv arbeiten mit dem iPad ist kein Problem. Aber warum ziehe ich das iPad sogar einem MacBook vor?

Vergangenen Dienstag habe ich mir recht spontan das iPad Pro 12.9" bestellt. Der Kauf war die logische Konsequenz aus den Erfahrungen der vergangen zwei Monate, in denen das iPad (Air 2), aus einer spontanen Überlegung heraus, zu meinem Hauptcomputer wurde. Die Begeisterung für das Arbeiten mit iOS kennt aktuell kaum Grenzen, weshalb mir das nur 9.7" große Air 2 recht schnell zu klein wurde. Nicht ganz unschuldig sind auch Myke Hurley und Frederico Viticci. Deren Podcasts bzw. Texte haben meine Arbeitswege in letzter Zeit sehr kurzweilig gestaltet und den Stein sozusagen ins Rollen gebracht.

Obwohl mein Projekt noch nicht so lang läuft wurde ich schon oft nach dem "Warum" gefragt. Die Gründe sind so verschieden wie vielfältig. Die Beantwortung der Frage soll nun auch Einstieg in eine ausführliche Dokumentation meines #projectipadonly sein.

Warum möchte ich ausgerechnet ein iPad als PC?

Zum einen wäre da der Formfaktor. Ein iPad fasst sich unglaublich gut an und ist für das was drin steckt unglaublich leicht. Kein Notebook (von Lenovo, HP oder Apple) besitzt diese einzigartige funktionale Haptik. Die guten alten PC-Tower-Tage, mit Lüfterrauschen und Kabelsalat, wünsche ich mir ebenso wenig zurück wie mehrere Anschlüsse an einem iPad. Ein universeller Lightning-Port (oder vermutlich bald USB-C-Port) genügt mir vollkommen. Ich liebe den nahtlosen Wechsel zwischen Hoch- und Querformat – beim Produzieren wie auch beim Konsumieren.

Dann wäre da das Betriebssystem iOS, welches massiv in Bewegung ist. Windows hat sich zwar in den letzten Jahren druchaus positiv entwickelt, aber an Windows 10 ist prinzipiell nicht vieles anders als an Windows 98. Deshalb verstehe ich diesen Windows-Umstiegshype, der aktuell in der Designer/Developer-Szene grassiert, nicht so ganz. macOS nutze ich nach wie vor sehr gern. Innovation sucht man aber auch hier vergeblich. Auch wenn Apple zum Beispiel die Einführung von Tags frenetisch feiert, ändert das nichts an der Tatsache, das die Dinger schon seit Jahren existieren und bisher einfach nur Labels hießen. Neue Funktionen übernimmt man inzwischen eher aus iOS.
Außerdem – und jetzt wird es ein bisschen nerdy-emotional – ist iOS das Betriebssystem dessen Entwicklung ich komplett mitverfolgen konnte. Seit dem iPhone 3G bzw. dem ersten iPad war ich als Nutzer Teil aller Entwicklungsstufen.

Weiter geht es mit der Eingabe. Seit Betriebssysteme mehr können als Informationen in Textform zu verarbeiten, haben sich schlaue Menschen mal mehr und mal weniger erfolgreich darüber Gedanken gemacht, wie man mit einem PC, über die Tastatur hinaus, interagieren kann. Die Maus war dabei sicher nicht die schlechteste Idee. Trackballs und -pads oder gar der rote Nupsi, den IBM inmitten seiner Notebook-Tastaturen untergebracht hat, waren nette Versuche (ja, in diesem Fall ist "nett" die kleine Schwester von "scheiße"). Lange Rede, kurzer Sinn: Ich mag die Touch-Eingabe! Ist die direkte Interaktion mittels Fingertip doch so intuitiv wie naheliegend.

Ein Weiteres Argument für das iPad ist seine Vielseitigkeit. Verglichen mit dem guten alten PC-Setup vereint es Maus, Tastatur und Scanner. Der Drucker wird auch nicht mehr benötigt – papierlos arbeiten ist mit keinem anderen Gerät so einfach. Stift und Block nutze ich eher noch aus Gewohnheit. Dank Apple Pencil dürfte sich dies auch bald ändern. Der Regenwald freut sich.

Bleibt noch die Mobilität. Den Schreibtisch habe ich mit unserem Umzug nach Freiburg verbannt. Ich habe keinen mehr. Ich sitze in der Küche, auf dem Boden, im Zug, auf dem Balkon, auf der Couch, im Café oder laufe auch mal mit dem iPad in der Wohnung auf und ab. Im Büro bin ich meist an den Schreibtisch gebunden, was der Kreativität nicht immer zuträglich ist. Das möchte ich zuhause nicht weiterführen. Und über Abwechslung freut sich auch der Rücken.

Kopf frei machen

Möchte man das iPad als Hauptcomputer nutzen sollte man sich als allererstes einmal von allen Vorurteilen und Gewohnheiten freimachen. Ganz besonders davon, mit dem iPad irgendetwas ersetzen zu wollen. Es ersetzt rein gar nichts. Es macht „nur“ etwas anders. Weiterhin sollte jeder für sich wissen, welche Anforderungen er an seinen PC hat und nicht von seinen, auf die Bedürfnisse der gesamten Menschheit schließen. Meine Anforderungen haben sich in den letzten Jahren zum Beispiel grundlegend geändert.

Ich spiele nicht mehr am PC. Ich pflege keine lokale Musik-Bibliothek mehr, dafür habe ich Spotify. Ich sammele keine Filme oder Serien auf meiner Festplatte, dafür gibt es Netflix und Amazon Prime Video. Sämtliche aktuellen, relevanten Daten (Bilder, Dokumente) liegen in der Cloud, Datensicherung auf externen Festplatten findet nicht mehr statt. Ich schneide seltenst ein Video, ich benötige keine komplizierten Entwicklungsumgebungen und Backup-Systeme oder muss mich in ein LAN einklinken können. Ich schreibe, konzipiere und koordiniere mehr. Ich recherchiere und lese viel.

Kein "Consumption-Device" sondern ein "Multi-Purpose-Device"

Ein weiteres Vorurteil, das schleunigst über Bord geworfen gehört ist, dass das iPad ein "Consumption-Device" sei. Das mag bei seiner Vorstellung im Jahr 2010 annähernd zutreffend gewesen sein. Doch heute, sieben Jahre und fünf Versionen von iOS später, sind doch ein paar mehr Dinge möglich als im Internet surfen, Mails abrufen und Fotos anschauen. Sowohl Apple als auch große Softwareanbieter, außerdem unzählige kleine Entwickler kreieren Apps für "professionelle" Anwender. Apps wie Word und Excel sind sogar besser als ihre Geschwister auf Windows oder macOS.

Momente der Frustration bleiben nicht aus

So begeistert die vorangegangen Worte auch klingen, ich stoße mit dem iPad auch an Grenzen. Inzwischen seltener, aber noch häufig genug. Oft sind es Barrieren im Kopf oder eine zu sehr von macOS und Windows geprägte Herangehensweise. Es sind aber auch Beschränkungen von iOS die mich gelegentlich fluchen lassen. Doch besonders bzgl. der noch bestehenden Beschränkungen in iOS bin ich sehr optimistisch.

Nah dran, an der Zukunft der Computer

Alles in allem ist das iPad derzeit das Gerät, das meiner Meinung nach, am nächsten an der Zukunft des Computers dran ist. Es macht einfach Spaß, die Entwicklung um das Gerät ist spannend und es erfüllt meine Ansprüche. Ich kann jedem, der sein iPad bisher nur auf der Couch genutzt hat, empfehlen es mehr in Alltag und Beruf zu integrieren. Es muss auch nicht gleich ein iPad Pro sein um produktiv zu werden – selbst das iPad Air hat genug Power. Dazu eine kleine Bluetooth-Tastatur und schon wird der Platz im Zug zum Büro.


 

Nachjustieren.

Ja es läuft noch, mein #projectipadonly, sogar sehr vielversprechend. Mir fehlt es nur an Zeit um darüber zu berichten. Es gibt aktuell so viele andere Baustellen (unter anderem wäre da eine Weiterbildung zum Betriebswirt und die Prüfung zu selbigem in vier Monaten). Außerdem muss ich meinen ursprünglichen Ansatz ein wenig nachjustieren. Denn gestartet bin ich in mein kleines Projekt mit einem sehr projekt­management- und webentwicklungs­lastigen Blick. In den letzten Wochen hat sich jedoch wieder viel Gestaltungskram in meinen Alltag geschlichen. Darüber möchte ich mich absolut nicht beklagen, ganz im Gegenteil. Doch das iPad ist in diesem Bereich das falsche Werkzeug – an professionelle Gestaltung und DTP ist unter iOS bisher nicht zu denken. Egal wie viele Apps sich Adobe noch ausdenkt – solang sie nicht „InDesign for iPad“ oder „Acrobat Pro for iPad“ heißen.

Nichtsdestotrotz, das iPad ist inzwischen mein Hauptcomputer – vermutlich liegt das Nutzungs­verhältnis bei etwa 70% iPad zu 30% Macbook. Sitze ich am Macbook, zeigen sich schon erste Entzugserscheinungen. Dann vermisse ich die direkte Interaktion und versuche auch mal auf dem Display herumzudrücken. Am iPad hingegen fehlen mir weder Trackpad noch Maus. Insgeheim liebäugle ich – im Bewusstsein dessen, dass bald neue Modelle kommen – auch schon mit einem iPad Pro 12.9". Als Hauptcomputer und vor allem bei Aufgaben die Multitasking erfordern, sind 9.7" einfach zu klein.

Das #projectipadonly ist also in vollem Gange. Ich sauge unfassbar viele Informationen auf und verstelle jeden Tag ein weiteres kleines Rädchen auf meinem Weg zum perfekten iPad-Workflow. Inspiriert von diesem Podcast, @stroughtonsmith bei Twitter oder diesem Artikel:

iOS is forming at the moment. It’s in active development and I’d like to embrace this. There are things way better to do on iOS and what can I say? I’m interested in trying out new things and see where technology goes in the next 5 years, but mainly to eliminate my dependence of a desk and work everywhere.


 

Wisst ihr noch damals …

… als wir alle einen 80GB iPod Classic besaßen und unsere iTunes Bibliothek quasi unser Leben war? Wir liebevoll unsere Playlists pflegten, CDs importierten und Cover zuordneten. Und wir auf alle Stimmungslagen mit einer passenden Playlist vorbereitet waren. Mit Rock-Klassikern und Indie-Perlen. Mit Songs für die guten und schlechten Tage. Für Herzschmerz und pures Glück. Der iPod war immer und überall dabei und die glänzende Rückseite war bald von Kratzern übersät. Mit neuen Bekanntschaften teilte man sich die Kopfhörer und beim stöbern in der Musikbibliothek wusste man gleich ob das was wird.

Heute nutze ich (eigentlich mit großer Begeisterung) Spotify und habe jeden Tag Millionen von Songs auf Abruf in der Hosentasche. Manchmal vermisse ich die emotionale Bindung die ich zu jedem Song auf meinem iPod hatte. Gleichzeitig frage ich mich warum ich heute nicht mehr so viel „Arbeit“ in meine Musikbibliothek stecke und mich viel zu oft – in bestimmten Stimmungen und Situationen – auf eine Spotify-Playlist verlasse, bei der jedes zweite Lied nicht dem entspricht, was ich hören möchte.

Zu diesen Zeilen inspirierte mich das phantastische Album „This is not the world“ von den Futureheads, das ich gerade seit Jahren wieder höre. Das Foto ist von 2009. Und ich werde offensichtlich alt …


 

Podcast: Can he do that? →

“Can He Do That?” features original reporting that will illuminate the ways Donald Trump can reshape the presidency and explain what that means for people in the United States and the rest of the world.

Aktuell könnte man sich, wenn man nicht noch ein eigenes Leben hätte, rund um die Uhr mit Donald Trump beschäftigen. Ich habe ein eigenes Leben und bin auch nicht gewillt, jedem wütenden Tweet oder jedem auf einem wütenden Tweet beruhenden Bericht, der mit reißerischen Überschriften Klicks generieren möchte, Aufmerksamkeit zu schenken. Doch selbstverständlich beschäftigt und beunruhigt mich die aktuelle politische Lage. Außerdem finde ich das Geschehen in den USA lehrreich und bedeutsam für die drei wichtigen europäischen Wahlen in diesem Jahr. Also suche ich mir vermehrt Quellen, die sich mehr Zeit für die Recherche und die Einordnung der Geschehnise nehmen. Allen voran die Wochenendausgaben der Taz und der Süddeutschen.

Außerdem habe ich den Podcast „Can he do that?“ der Washington Post für mich entdeckt, der vor allem dadurch überzeugt, dass das Handeln des US-Präsidenten im Bezug zu seinen Vorgängern betrachtet wird (was einiges relativiert) und auch ganz andere Perspektiven betrachtet. So wird in der ersten Folge zum Beispiel die Frage gestellt, ob die persönlich von Donald Trump verfassten Tweets (und die Möglichkeit die Reaktionen darauf verfolgen zu können) nicht sogar der direkten Demokratie förderlich sein könnten?

Eine Frage, die ich mir nie gestellt hätte, über die ich nun aber schon eine ganze Weile nachdenke …


 

Ein schreckliches Heim-Weh →

Ein Teil der Sachsen, das habe ich an diesem Abend und in diesen Wochen zu Hause gemerkt, wünscht sich eigentlich nichts sehnlicher als jemanden, der durchregiert und alles regelt. Sechzig Jahre und zwei Diktaturen lang wurde hier die Freiheit eingeschränkt. Jetzt, wo sie da ist, weiß man nicht, was man mit ihr anstellen soll. Ich glaube, diese Verunsicherung führt dazu, dass Eltern ihren Blick nach innen statt nach außen richten und diese Haltung auch an ihre Kinder weitergeben.

Viele Sachsen sind nie aufgewacht. Vor allem nicht jene, die ihr ganzes Leben hier verbracht haben. Sie haben sich zurückgezogen, ins Geordnete, Heimelige, Gewohnte, Vertraute, Kleine, Abgegrenzte. In die kleine Welt, die man zu kennen glaubt. In der man macht, was die Nachbarn machen, nämlich nichts, man lässt keinen rein und schubst die Hungrigen raus.

Geboren und aufgewachsen in Sachsen, ein Jahr älter als die Autorin des obigen Textes, kann ich das Gefühl der Fremde sehr gut nachvollziehen.


 

Eine Ansammlung von Gedanken und Erfahrungen aus dem #projectipadonly.

Seit zwei Wochen steht das Macbook fast unberührt im Regal (einzig für einen kleinen freiberuflichen Auftrag musste es aktiviert werden). Das iPad ist immer in meiner Nähe und hat schon einiges verändert. Meist kommt es morgens im Zug erstmalig zum Einsatz wenn ich die Digitalausgabe der taz überfliege. So fühle ich mich erstmal ausreichend informiert und verbringe über den Tag weniger Zeit auf Spiegel-Online & Co.

Im Büro angekommen ergänzt das iPad nun den Schreibtisch. Nicht nur weil die Firmenwebsite kürzlich ein responsives Design bekommen hat und ich häufig das Layout getestet habe. Auch weil sich eine WhatsApp-Nachricht oder eine Notiz in Evernote einfach schneller über die Bluetooth-Tastatur tippen lassen. Das iPad hat hier also schon Aufgaben vom iPhone übernommen.

Auf der Heimfahrt ist meist genügend Zeit für den privaten Mailverkehr. Hier überlege ich, wie auch am Mac, auf Airmail umzusteigen. Für die kurze Mail zwischendurch war Apples Mail-App bisher ganz brauchbar, doch wenn fast der gesamte Mailverkehr darüber läuft, vermisse ich individuelle Labels oder verschiedene Signaturen.

Wenig später in der IHK, bei der Weiterbildung zum Betriebswirt, die ich an zwei Abenden je Woche besuche, nutze ich nun PDF Expert für meine digitalisierten Skripte und Notizen in selbigen. Alle weiteren Notizen und Erinnerungen wandern direkt in Evernote. Auch ein Tafelbild lässt sich über die integrierte Scanfunktion einfach festhalten.

An meinem freien Tag saß ich mit dem iPad im Jos Fritz Café. Bei Tee, leckerem Nudelauflauf, Kaffee und in angenehmer Umgebung entstand dieses minimalistische Blog-Layout. Mit Coda, direkt auf dem Server und dank guter 4G-Verbindung.

Seit beginn meines Selbstversuchs schreibe ich wieder vermehrt mit iA Writer und zunehmend in Klartext/Markdown. Generell stelle ich fest, dass ich fokussierter arbeite. Das mag am Vollbildmodus liegen oder daran, dass der Wechsel zwischen den Apps mehr Zeit kostet als am Mac und damit überlegter stattfindet. Im Vollbildmodus zur arbeiten konnte ich mir am Mac nicht so recht angewöhnen und so waren Airmail, Twitter oder Spotify wunderbare Möglichkeiten sich von der eigentlichen Arbeit abzulenken. Die beiden letztgenannten habe ich nun am Macbook deinstalliert.


 

Etepetete!

Unsere erste Etepetete Retterbox ist leer. Nach etwas mehr als einer Woche sind 5 Kilogramm Gemüse, dass aufgrund seiner äußeren Erscheinung nicht in den Handel gelangt wäre, komplett aufgebraucht. Gleich am Tag der Lieferung gab es den Gemüsequiche mit Karotten, Lauch und Tomaten, der als Rezeptvorschlag beilag. Auch die Äpfel wurden sogleich zu Muffins verarbeitet. Die krumme Gurke kam am nächsten Tag zusammen mit den restlichen Tomaten in einen Linsensalat. Die Paprika wurden am Mittwoch Abend mit Hackfleisch und Feta gefüllt. Zur gestrigen gegrillten Forelle gab es rote Beete und die rotschaligen Kartoffeln aus dem Ofen. Der Granatapfel kam zum Frühstück ins Müsli und die Orangen wurden als gesunder Snack auf der Couch verzehrt. Die kleinen Zwiebelchen waren in fast jedem Gericht zu finden – zuletzt in der Pastasoße, die gerade auf dem Herd köchelt, zusammen mit den letzten beiden Karotten.

Am nächsten Freitag kommt die nächste Box und ich bin schon gespannt was drin ist! Neben dem Aspekt, dass mir Gemüse geliefert wird, das womöglich auf dem Müll gelandet wäre, finde ich es spannend aus den vorhandenen Zutaten etwas kochen "zu müssen". Denn wenn ich auf dem Markt gehe (was ich natürlich trotzdem noch zusätzlich mache), greife ich doch oftmals zu den gleichen Obst- und Gemüsesorten.


 

Wenn entzippen zum Problem wird …

Sicher, ich hätte zunächst über die besten Mail-Apps für iOS berichten können. Oder ich hätte mich ausführlich zu meiner neuen Tastatur-Hülle (Logitech Type+ – gutes Teil!) äußern können. Aber nein, ich muss ja unbedingt herausfinden ob ein iPad einen Computer ersetzen kann. Also rein in den Alltag um damit zu beginnen die Grundlagen für ein kleines Web-Projekt zu schaffen.

Dafür habe ich mir zunächst Coda for iOS gegönnt – für nicht gerade günstige 24,99 Euro. Die App ist jeden Cent wert – gutes und durchdachtes Design, ein integrierter File-Manager und SSH-Terminal. Nach dem Einrichten der FTP-Zugänge wollte ich mein – derzeit präferiertes – Font-end Framework UIkit sowie eine aktuelle WordPress-Version herunter- und auf meinen Server hochladen. Es wurde kompliziert. Denn sowohl das Framework als auch WordPress kommen natürlich als ZIP daher.

Apps zum entzippen gibt es zwar unzählige, doch keine der getesteten bot gleich die Verbindung zum FTP-Server. Wenn überhaupt führte der (Um)Weg immer über einen Cloud-Dienst und dafür wurden ein paar Euro für die sogenannte “Pro”-Version fällig. Meine Begeisterung hielt sich schwer in Grenzen und ich verfluchte erstmalig mein grandioses Experiment. Dann kam der rettende Tipp von Dominic: Documents von Readdle! Interessanterweise befand sich die App bereits in meiner Bibliothek. Ich konnte mich jedoch absolut nicht mehr an sie erinnern.

Nun, Documents ist großartig! Die App löst nicht nur ganz hervoragend das beschriebene Problem, sie wird in der nächsten Zeit wohl auch eine zentrale Rolle auf meinem iPad spielen und dabei als Finder-/Explorer-Ersatz dienen. Immer wenn Dokumente und Daten von A nach B müssen wird Documents zur Schnittstelle. Ganz nebenbei werden die Apps für OneDrive und Dropbox ersetzt, da beide – von mir genutzen Dienste – bereits integriert sind.


 

Frei nach Apple: Der beste Computer ist vielleicht keiner.

Mein PC – personal computer – das war früher mal eine Ansammlung schwerer und globiger Geräte mit einem Gewicht von 12 Kilogramm. Mit allerlei Kabeln, konstantem Lüfterrauschen und regelmäßigen Bluescreens. Mein PC stand auf dem Schreibtisch im “Kinderzimmer” und dort bewegte er sich – außer für die LAN-Party – nicht weg.

Was ich heute unter einem personal computer verstehe wiegt keine 500 Gramm, ist immer online und ein ständiger Begleiter in meinem Rucksack. Seit letzter Woche ist es ein iPad Air 2  (Wi‑Fi + Cellular). Das, nur am Rande, vierte iPad das ich seit Herbst 2010 besitze. 

Das Vorgänger-iPad (ein Air) war auch annähernd täglich im Einsatz. Bei der Weiterbildung nicht wegzudenken, ebenso auf Reisen. Zuhause war es stets schneller zur Hand und einsatzbereit als das Macbook. Die Frage, wann und warum ein Macbook dann überhaupt noch notwendig ist, drängte sich damit gewissermaßen auf. Beantwortet habe ich mir die Frage bisher immer mit meinem beruflichen Hintergrund und den dafür notwendigen Programmen, die man auch gern im privaten nutzt. Wenn auch nur aus Gewohnheit.

Doch seit ich das iPad Air 2 ausgepackt habe und dieses nur 6,1 Millimeter dünne und 444 Gramm leichte, wunderschöne Gerät in Händen hielt, lasse ich diese Antwort nicht mehr gelten. Mehr denn je möchte ich ergründen, ob ein iPad als personal computer ausreicht. Wie weit kann ich mich an die vermeintlichen Beschränkungen durch iOS anpassen? Wo liegen die Grenzen der Touch-Bedienung bzw. bestehen diese überhaupt? Is there really an app for everthing? Muss ich zwischen beruflicher (professioneller) und privater Nutzung unterscheiden oder klarer trennen? Und was ist mit dem Filesystem?

All diesen Fragen werde ich mich in kommenden Wochen widmen. Aktuell durchforste ich den App Store nach guten und nützlichen Apps (dass man diese inzwischen zurückgeben kann ist äußerst praktisch) und bin überrascht wie viele ich noch nicht kenne. Morgen kommt eine neue Hüllen-Tastatur-Kombi von Logitech und löst das bisherige Ultrathin-Keyboard ab. Das Experiment läuft …


 

Dieses Blog wird mit 💙 und WordPress betrieben. Gecodet – auf Basis von UIkit – und getextet wird ausschließlich mit einem iPad . Impressum. 🏳️‍🌈

Hey, ich bin Oliver! Ich habe irgendwas mit Medien gelernt, lebe in Freiburg, beschäftige mich beruflich mit Energie und fahre Rad.



#projectipadonly