Hey, ich bin Oliver! Ich bin geprüfter Betriebswirt mit Fokus auf Marketing, lebe in Frei­burg, beschäftige mich mit iPad-Produktivität und Energie, fahre Rennrad und Brompton.




#projectipadonly / #bromvoyage

Mein Foto-Workflow am iPad.

Foto-Verwaltung, Bildbearbeitung und Bildaufbereitung – all das erledige ich an meinem iPad Pro, mit einem SD-Adapter und dem Apple Pencil mit Leichtigkeit. Dabei muss ich gleich zu Beginn gestehen, dass ich nicht mehr so viel Wert auf das perfekt ausgearbeitete Foto lege. „Früher“ habe ich schon mal Stunden damit verbracht, den richtigen Look zu finden. Doch nun fotografiere ich meist (von eher seltenen freiberuflichen Aufträgen mal abgesehen) für mich, für die Erinnerung an den Moment und weniger für die Likes.

Doch ausgehend von der Anzahl der Fragen die ich zu diesem Thema erhalte, sind Bildbearbeitung und Bildverwaltung für meine Kurs-Teilnehmer, Leser und Follower äußerst wichtige Kriterien, die über einen Umstieg auf das iPad entscheiden können. Deshalb versuche ich einmal meinen Foto-Workflow im Detail zu beschreiben. In meinen Kursen behandle ich das Thema hingegen allgemeiner. In meinem Buch [work in progress] selbstverständlich auch. 📚

Foto-Verwaltung – Von der Kamera auf das iPad und in die Cloud

Bevor ich meinen Workflow erklären kann, müssen natürlich erstmal Fotos gemacht werden. Meist geschieht das mit dem iPhone und der Apple Kamera-App im JPG-Format. Wenn ich mehr Zeit investiere, nutze ich die phantastische App Halide und fotografiere im RAW-Format. Eine Vollformat-DSLR, die Nikon D600, kommt auch noch gelegentlich zum Einsatz. Auch hier nehme ich die Bilder im RAW-Format auf.

Auf das iPad Pro gelangen die Bilder vom iPhone ganz einfach via AirDrop. Von der DSLR werden die Bilder über den USB-C-Hub von NOVOO und die Import-Funktion der Fotos-App übertragen. Für die älteren iPads nutzt man am besten den Lightning-Adapter von Apple. Wichtig zu wissen ist, dass die Fotos-App beim Bildimport von einer SD-Karte nicht zwischen RAW und JPG unterscheiden kann bzw. beide Formate quasi gemeinsam ablegt. Das ist in sofern unkritisch, wenn man Apps wie VSCO oder Affinity Photo zur Weiterverarbeitung nutzt. Denn diese können beim Import das RAW erkennen und auswählen.

Für meinen weiteren RAW-orientierten Workflow mit Bildern aus der DSLR ist diese unklare Trennung allerdings ein Problem. Daher habe ich meinen Workflow bereits kameraseitig angepasst und ich fotografiere wie gesagt nur im RAW-Format. Damit habe ich beim Import und der Weiterverarbeitung keine Schwierigkeiten bei der Format-Auswahl. Falls ich doch einmal JPGs aufnehme, dann stelle ich meine DSLR so ein, dass diese gesondert auf der zweiten Speicherkarte landen.

Die erste Bild-Auswahl treffe ich in der Fotos-App, lege Favoriten fest, lösche direkt alles, was ich nicht für brauchbar erachte und ziehe ein Backup der Originale – via Drag & Drop aus der Fotos-App in die Dateien-App – in die iCloud. Mein dortiger Bilder-Ordner ist auf der ersten Ebene nach Kamera-Modellen strukturiert (davon hatte ich schon einige!) und in der zweiten Ebene nach dem Aufnahmedatum der Bilder, kombiniert mit einer möglichst sinnvollen Bezeichnung (z.B. 20190119_Schauinsland). Darin liegen dann wiederum drei Unterordner für die Originale, die Retuschen/Korrekturen, sowie ein Ordner für die Exporte in bestimmen Formaten.

Damit wäre die Fotoverwaltung in meinem Fall schon abgehakt. Einzig bei der Verarbeitung von RAW-Dateien aus der DSLR kommt abschließend noch ein Shortcut zum Einsatz, der den letzten Bildimport in die Lightroom-App schiebt und danach die RAW-Dateien löscht.

Auch hier nochmal der Hinweis auf die unklare Trennung von RAW und JPG. Hat man beide Formate importiert, wählt der Shortcut automatisch die JPGs und ignoriert die RAWs. Ich hoffe, dass Adobe hier bald an seinem Shortcut nachbessert und mehr Optionen anbietet. Denn mit den JPGs kann man in Lightroom recht wenig anfangen.

Bildbearbeitung – Korrekturen und Retuschen

Wer nun ✨ fancy ✨ Retusche-Tipps erwartet, den muss ich direkt enttäuschen. Denn auch an diesem Punkt bleibt mein Workflow eher minimalistisch. Bei Bildern vom iPhone – ganz gleich ob aus der Kamera-App oder mit Halide aufgenommen – landen die Bilder in der VSCO-App. Die Usability der App ist durchaus fragwürdig. Doch kommt man einmal mit ihr klar, erhält man wahnsinnig schnell phantastische Ergebnisse. Das gilt auch für die Bildbearbeitung am iPhone.

Der einfachste Weg die Bilder in die VSCO-App zu importieren, führt über die Teilen-Funktion aus der Fotos-App. In VSCO selbst wende ich meist einfach nur einen der Filter an, die ich mir vor Jahren einmal gekauft habe oder ich kopiere eine bestehende Bearbeitung von einem Bild aus meiner Bibliothek und wende diese Einstellungen auf die neuen Bilder an. Nun sind meist nur noch wenige Details anzupassen. Die Horizont-Linie begradigen, die Perspektive einwenig verschieben, schattige Bereiche aufhellen oder ein wenig nachschärfen. An Werkzeugen lässt VSCO kaum etwas vermissen. Die fertig bearbeiteten Bilder können dann entweder zurück in die Fotos-App gesichert oder auch direkt über die Dateien-App in eine Cloud gespeichert werden. Sollen noch weitere Apps zur Bearbeitung zum Einsatz kommen, empfiehlt sich natürlich das Speichern in die Fotos-App, da die wenigstens Apps auf die Dateien-App zugreifen können.

Bevor ich noch zwei Tools vorstelle, mit denen ich meinen Bildern gelegentlich den letzten Schliff gebe, möchte ich zunächst noch das Vorgehen mit den RAW-Dateien aus der Nikon beschreiben. Wie bereits erwähnt, werden diese über einen Shortcut in die Bibliothek von Lightroom CC importiert. An Funktionen mangelt es der iPad-Variante von Lightroom im Vergleich zur Desktop-Version an nichts. Zumindest vermisse absolut nichts. 🤷‍♂️ Selbst das Importieren von Presets (zum Beispiel von VSCO) ist inzwischen eingeschränkt möglich. Der Import selbst muss nämlich am Mac oder PC erfolgen. Die Presets werden dann über die Adobe Cloud synchronisiert und stehen am iPad zur Verfügung. Wie auch beim Bearbeiten in VSCO-App wende ich meist eine bestehende Vorgabe auf meine RAW-Bilder an. Im Anschluss folgen die Detailkorrekturen an Belichtung, Lichtstimmung und den Details um einen möglichst durchgängigen Look bei Bildserien zu erzielen. Eher selten nutze ich selektive Korrekturen. Aber auch diese sind am iPad ganz einfach anzuwenden. Die Regler bediene ich fast ausschließlich mit dem Apple Pencil. Sitze ich dann noch bei guter Musik auf der Couch, wird die Bildbearbeitung zu einem völlig neuen, entspannten Erlebnis. Der Export aus Lightroom CC kann entweder in die Fotos-App erfolgen oder direkt in die Cloud. Dabei bietet einem die App entweder die maximale Auflösung oder eine kleine Version mit 2048 Pixeln an. Das gesamte Handling der Bilder, das Anwenden von Korrekturen oder der Export laufen sehr flüssig ab. Das Surface Pro 5, mit 3,6 GHz i7 und 16 GB RAM, das ich im Hauptjob nutze, kommt da kaum hinterher. 🐌

Falls doch mal ein Element im Bild stört, kommt Photoshop Fix für die Retusche zum Einsatz. Gelegentlich pimpe ich auch mal ein Bild für Instagram noch mit ein bisschen Lens Flare und nutze dazu die App Lens Distortions.

Bildaufbereitung – Blog, Instagram und Co.

Nachdem die Fotos nun aufgenommen, bearbeitet bzw. korrigiert und strukturiert in der Cloud abgelegt wurden, geht es an die Veröffentlichung und die damit verbundene Aufbereitung der Bilder. Auch an diesem Punkt betreibe ich – wer hätte es gedacht – keinen allzu großen Aufwand bzw. lasse mir die Arbeit durch Automatisierungen in Shortcuts abnehmen.

Meinen No-Crop-Shortcut für Instagram hatte ich hier ja schon einmal beschrieben. Für mein Foto-Blog, welches bei Tumblr gehostet ist, und diese Website, welche mit WordPress läuft, nutze ich den „kleinen“ Lightroom-Export. Für die webtaugliche Optimierung sorgt unter WordPress ein PlugIn von TinyPNG. Sollte ich mal ein Bild in einer ganz bestimmten Größe ausgeben wollen, muss dafür keine komplexe App wie Affinty Photo gestartet werden, sondern es genügt dieser Shortcut. Ein Wasserzeichen könnte man mit Shortcuts auch noch auf seine Bilder montieren. Das würde ich allerdings nie tun. 🤦‍♂️


 
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