Hey, ich bin Oliver! Ich habe irgendwas mit Medien gelernt, lebe in Freiburg, beschäftige mich beruflich mit Energie und fahre Rad.



#projectipadonly

Lernen, Arbeiten und Alltag mit dem iPad.

Von einem, der das iPad (fast) immer und (fast) überall dabei hat und (fast) alles damit macht.

Um die Dokumentation meines #projectipadonly ist es ruhig geworden – ich weiß. Doch soviel zu euer aller Beruhigung: Es läuft noch. Es ist vermutlich auch deshalb so ruhig geworden, weil es inzwischen absolut rund läuft und die Nutzung des iPads zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Anfängliche Bedenken sind verflogen, Startschwierigkeiten überwunden. Die Momente der Frustration sind zur Ausnahme geworden bzw. selbst verschuldet. Ich sage nur Developer Beta 1.

Inzwischen bin ich sogar Besitzer zweier iPads iPad Pro Devices (dazu weiter unten mehr) und die Begeisterung über die Neuerungen von iOS 11 bleibt auf konstant hohem Level. Deshalb gibt es heute, nach etwa 8 Monaten #projectipadonly, einfach mal einen kleinen Statusbericht – einen Einblick in die Haupteinsatzgebiete der iPads, in einige Abläufe und die verwendeten Apps.

Lernen.

Zweimal in der Woche sitze ich bekanntlich nach der Arbeit im Bildungszentrum der IHK, damit ich mich im Mai 2018 hoffentlich Betriebswirt nennen kann. Im ersten Kursteil kam ich um den Einsatz von Papier nicht herum. Wurden mir doch gelegentlich 40 Seiten für einen einzigen Kursabend auf den Tisch gelegt. Doch nun, im zweiten Teil lerne ich papierlos. Alle Skripte liegen digitalisiert als PDF in einem über Documents synchronisierten Ordner in OneDrive. Je nach Unterrichtsmethode der Dozenten mache ich mit dem Pencil Anmerkungen in den Skripten oder füge leere Seiten für meine Notizen ein. Wird nicht mit den Skripten gearbeitet, habe ich Apple Notes für mich entdeckt. Obwohl ich die Papierstruktur der App nicht gerade ansprechend finde. Doch die Einfachheit und das perfekte Zusammenspiel mit dem Pecil überzeugen. Daher sehe ich bisher keinen Grund in eine App wie GoodNotes zu investieren.

Im Zuge der Vorbereitungen zu meiner Projektarbeit, genauer für das Verfassen meiner Exposés, habe ich OmniOutliner für mich entdeckt. Definitiv eine der kostspieligsten Apps auf meinen iOS-Geräten – doch jeden Euro wert! Unbewusst habe ich mich schon, bevor ich die App kannte, bei vielen Aufgaben der Outlining-Technik (ähnlich dem Mind Mapping, nur strukturierter) bedient. Doch was in Word früher oder später in einer unübersichtlichen „copy ’n‘ paste“-Orgie endet, bleibt in OmniOutliner eine strukturierte Ansammlung von Gedanken. Wenn mein Thema durch die IHK festgelegt wurde, werde ich auf einem Exposé aufbauen und die eigentliche Arbeit, zumindest in der Rohfassung, weiter in OmniOutliner schreiben.

(Freiberufliches) Arbeiten.

Vor kurzem habe ich, seit langer Zeit mal wieder, einen freiberuflichen Auftrag angenommen. Seit dem ersten Kundengespäch war das iPad Pro 12.9" dabei. Im ersten Schritt haben mein Kunde und ich die bestehende Website analysiert. Gelegenlich habe ich einen Screenshot gemacht und mit der neuen Screenshot-Funktion von iOS und dem Apple Pencil direkt meine Anmerkungen festgehalten. Parallel kam die Notizen-App für eine lose Sammlung von Fragen, Stichworten, Aufgaben, Wünschen und Erinnerungen zum Einsatz. Visitenkarten- und Flyer-Referenzen wurden mit Scanner Pro „abfotografiert“. Nach dem Termin habe ich alle gesammelten Informationen im Kunden-Ordner auf meinem OneDrive abgelegt und damit für alle Geräte zugänglich gemacht. Denn um mein Macbook komme ich bei einem Auftrag, bei dem auch diverse Printprodukte gefordert sind, nicht herum. Doch zunächst wurde ein Angebot in Word verfasst, natürlich am iPad. Denn die Office-Suite ist unter iOS einfach phantastisch.

Wenige Tage später begann die eigentliche Arbeit: In Adobe Sketch und Adobe Draw habe ich mit dem Pencil erste Logo-Ideen entwickelt und mit ein paar Farben gespielt. Da ich mir das Scribbeln und von Hand Zeichnen gerade erst wieder angewöhne, stieß ich in dieser Phase schnell an meine Grenzen. So landeten meine groben Logo-Ideen in der Adobe Cloud und wurden am MacBook in InDesign weiterverarbeitet. Die Farben waren dank Cloud auch schon da wo sie hingehörten und konnten nachjustiert werden. Am Ende des ersten Auftragsabschnittes, stand ein Moodboard im PDF-Format zur Abstimmung mit dem Kunden – erstellt in InDesign – mit allen Logos, Farben, Schriften und Bildstimmungen. Präsentiert habe ich mein Moodboard mit PDF Expert. Anmerkungen und Änderungswünsche wurden sogleich mit dem Pencil festgehalten.

Printtechnisch, für Visitenkarten, Terminkärtchen und mehr ging der Auftrag natürlich am MacBook weiter, während der erste Entwurf der Website am iPad mit Coda auf Basis von UIKit 2 entstand. Zwar habe ich mit View Source und Web Tools Apps zum betrachten des Quellcodes und einen Web Inspector, doch mit steigender Komplexität des Projekts, spätestens wenn es an die Integration von WordPress geht, werde ich auch hier wieder zum MacBook wechseln und mit Brackets und dem Web Inspector von Safari arbeiten.

Mein MacBook hat sich ein eine reine Arbeitsmaschine verwandelt und steht nun zusammen mit einem 24″-Monitor auf dem Schreibtisch. Dort bin ich nur, wenn ich wirklich etwas produziere. Für alle anderen vorbereitenden und begleitenden Arbeitsschritte bevorzuge ich das iPad – auf der Couch, am Küchentisch oder im Café. Auch Apps wie Spotify oder Twitter wurden am MacBook deinstalliert. Ich bewege mich praktisch nur noch in den Adobe- bzw. Affinity-Apps.

Alltag mit zwei iPads.

Ja. Zwei. iPads. Doch so verrückt das klingen mag, ich habe (für mich) eine sehr gute Begründung warum ich mir zusätzlich ein kleineres iPad angeschafft habe.

  1. Manchmal ist das 12.9" Pro einfach zu groß. Das habe ich mir anfangs schön geredet, doch beim reinen Konsumieren auf der Couch oder im Zug machen sich 723 Gramm schneller im Handgelenk bemerkbar als einem lieb ist. Hingegen beim Arbeiten, Lernen und Schreiben mit dem Pencil jedoch möchte ich das riesige Display nicht missen. Dabei stellt auch das neue 10.5 Zoll große iPad Pro für mich keinen ausreichenden Kompromiss beider Welten dar. Vor allem im Split-Screen-Modus bietet es zu wenig Platz.
  2. Der Wert. Ich habe (m)ein iPad fast immer und überall dabei. Je selbstverständlicher das für mich wurde, umso bewusster wurde mir auch dass ich dieses 1.000 Euro teure Gerät jederzeit schrotten könnte. Dieses Risiko wollte ich schlicht minimieren. Denn der Verlust meines Hauptcomputers durch eine Unachtsamkeit wäre ein gewaltiger Einschnitt.

Geplant war irgendein günstiges iPad Air der ersten Generation bei eBay zu ersteigern. Durch einen glücklichen Zufall stieß ich jedoch auf ein falsch eingestelltes iPad Air 2, dass ich sogleich als iPad Pro identifizierte und für einen Spottpreis ersteigert habe.

Zurück zum eigentlichen Thema und zu einer der besten Entscheidungen der letzten Monate: Dem Wechsel von Evernote zu DEVONthink To Go. Evernote war jahrelang mein „digitales Gehirn“. Gescannte Quittungen für meine Steuererklärung, Notizen und Adressen für anstehende Reisen, Links, Zitate – einfach alles habe ich darin abgelegt und schnell durchsuchen können. Die Vielseitigkeit und der Funktionsumfang (zum Beispiel der integrierte Dokumentenscanner) waren ein Grund für mich in ein Plus-Paket zu investieren. Doch dann kam das Redesign der App mit dem ich nicht glücklich wurde, dann eine Preiserhöhung und schließlich die (späte) Erkenntnis, dass die Ablage der gescannten Dokumente (als Bild und nicht als PDF) meinen gestiegen Anforderungen nicht mehr gerecht wird.

Durch einen Beitrag auf macstories.com und und die Besprechung in einem der zahlreichen Tech-Podcast die ich verfolge, wurde ich auf DEVONthink To Go aufmerksam und das Evernote-Abo war sehr schnell gekündigt. Der Umzug all meiner Daten von der einen in die andere App (unter Zuhilfenahme meines MacBooks) lief reibungslos und war zugleich eine willkommene Gelegenheit zum Aussortieren. Dokumente scanne ich seit dem Wechsel mit Scanner Pro und sende die durchsuchbaren PDFs direkt in meine DEVONthink-Datenbank. Über einen In-App-Kauf lässt sich DEVONthink außerdem als Document Provider freischalten, sodass ich zum Beispiel mit PDF Expert direkt auf Dokumente zugreifen, diese editieren und speichern kann. Die Anbindung der Dropbox sorgt dafür, dass iPad und iPhone synchron bleiben und ich jederzeit mit der phantastischen Suchfunktion auf alle wichtigen Daten zugreifen kann.

Auf die neuen Funktionen von iOS, die ich seit der ersten Developer Beta nutze, werde ich wohl nochmal gesondert eingehen. Bis zum offiziellen Release Ende September bleiben schließlich noch ein paar Tage und zum Beispiel die Files-App wird erst danach ihr volles Potential preisgeben. Doch allein Drag’n’drop, das neue Dock oder die neue Screenshot-Funktion sind kaum mehr wegzudenken.

Die Sache mit den Fotos.

Zu guter Letzt und auf besonderen Wunsch noch ein paar Worte zur Bildbarbeitung unter iOS. Zugegeben, ich fotografiere aktuell kaum noch. Weder analog, noch digital mit einer „richtigen“ Kamera. Wenn, dann mit dem iPhone. Von komplizierten Scan-, Lightroom- und Photoshop-Workflows bin ich aktuell also ganz weit entfernt. Falls ich doch einmal zur Kamera greife – so wie hoffentlich bald bei meinem Kurztripp nach Fehmarn – kommt der folgende Workflow zum Einsatz. Wichtigstes Tool ist zunächst der SD-Karten-Adapter von Apple . Kauft den originalen und keinen anderen, glaubt mir. Sind RAW-Files der Bilder vorhanden, werden diese automatisch übertragen und stehen in Apps die RAW-Files verarbeiten können (zum Beispiel VSCO, Affinitiy Photo oder Lightroom) zur Verfügung. Da ich nicht zu der Fraktion gehöre, die ihre Bilder bis zur Vollendung partiell nachbelichten, sämtliche Linien gerade ziehen oder jedes unschöne Detail retuschieren müssen (nicht dass ich es nicht könnte, ist schließlich mein Beruf), sondern gern das Echte und den Moment bewahre, genügen mir die Funktionen von VSCO vollkommen. Nach der Bearbeitung exportiere ich das korrigierte Bild zurück in die Foto-Bibliothek, trenne mich von Bildern die ich nicht mehr benötige und übertrage das Original und die bearbeitete Variante (sortiert nach Kamera -> Jahr -> Monat -> Tag) in mein OneDrive. Fertig.

Wer seine RAW-Dateien feiner justieren möchte, dem sei Affinity Photo ans Herz gelegt. Split-Toning, Rauschreduzierung, Objektiv-Korrektur, sogar partielle Korrekturen über Masken sind möglich! Retuschen und Manipulationen aller Art natürlich auch. Generell fällt mir keine Funktion ein, die ich in Affinity Photo im Vergleich zur Kombination Lightroom/Photoshop am Mac vermissen würde. Ein weiteres nützliches Feature von Affinity Photo: Beim Sichern der Fotos kann das Bild- und Dateiformat, die Komprimierung, der Dateiname sowie der Speicherort frei gewählt werden.


 

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