Hey, ich bin Oliver! Ich habe irgendwas mit Medien gelernt, lebe in Freiburg, beschäftige mich beruflich mit Energie und fahre Rad.



#projectipadonly

Okay, that escalated quickly!

Produktiv arbeiten mit dem iPad ist kein Problem. Aber warum ziehe ich das iPad sogar einem MacBook vor?

Vergangenen Dienstag habe ich mir recht spontan das iPad Pro 12.9" bestellt. Der Kauf war die logische Konsequenz aus den Erfahrungen der vergangen zwei Monate, in denen das iPad (Air 2), aus einer spontanen Überlegung heraus, zu meinem Hauptcomputer wurde. Die Begeisterung für das Arbeiten mit iOS kennt aktuell kaum Grenzen, weshalb mir das nur 9.7" große Air 2 recht schnell zu klein wurde. Nicht ganz unschuldig sind auch Myke Hurley und Frederico Viticci. Deren Podcasts bzw. Texte haben meine Arbeitswege in letzter Zeit sehr kurzweilig gestaltet und den Stein sozusagen ins Rollen gebracht.

Obwohl mein Projekt noch nicht so lang läuft wurde ich schon oft nach dem "Warum" gefragt. Die Gründe sind so verschieden wie vielfältig. Die Beantwortung der Frage soll nun auch Einstieg in eine ausführliche Dokumentation meines #projectipadonly sein.

Warum möchte ich ausgerechnet ein iPad als PC?

Zum einen wäre da der Formfaktor. Ein iPad fasst sich unglaublich gut an und ist für das was drin steckt unglaublich leicht. Kein Notebook (von Lenovo, HP oder Apple) besitzt diese einzigartige funktionale Haptik. Die guten alten PC-Tower-Tage, mit Lüfterrauschen und Kabelsalat, wünsche ich mir ebenso wenig zurück wie mehrere Anschlüsse an einem iPad. Ein universeller Lightning-Port (oder vermutlich bald USB-C-Port) genügt mir vollkommen. Ich liebe den nahtlosen Wechsel zwischen Hoch- und Querformat – beim Produzieren wie auch beim Konsumieren.

Dann wäre da das Betriebssystem iOS, welches massiv in Bewegung ist. Windows hat sich zwar in den letzten Jahren druchaus positiv entwickelt, aber an Windows 10 ist prinzipiell nicht vieles anders als an Windows 98. Deshalb verstehe ich diesen Windows-Umstiegshype, der aktuell in der Designer/Developer-Szene grassiert, nicht so ganz. macOS nutze ich nach wie vor sehr gern. Innovation sucht man aber auch hier vergeblich. Auch wenn Apple zum Beispiel die Einführung von Tags frenetisch feiert, ändert das nichts an der Tatsache, das die Dinger schon seit Jahren existieren und bisher einfach nur Labels hießen. Neue Funktionen übernimmt man inzwischen eher aus iOS.
Außerdem – und jetzt wird es ein bisschen nerdy-emotional – ist iOS das Betriebssystem dessen Entwicklung ich komplett mitverfolgen konnte. Seit dem iPhone 3G bzw. dem ersten iPad war ich als Nutzer Teil aller Entwicklungsstufen.

Weiter geht es mit der Eingabe. Seit Betriebssysteme mehr können als Informationen in Textform zu verarbeiten, haben sich schlaue Menschen mal mehr und mal weniger erfolgreich darüber Gedanken gemacht, wie man mit einem PC, über die Tastatur hinaus, interagieren kann. Die Maus war dabei sicher nicht die schlechteste Idee. Trackballs und -pads oder gar der rote Nupsi, den IBM inmitten seiner Notebook-Tastaturen untergebracht hat, waren nette Versuche (ja, in diesem Fall ist "nett" die kleine Schwester von "scheiße"). Lange Rede, kurzer Sinn: Ich mag die Touch-Eingabe! Ist die direkte Interaktion mittels Fingertip doch so intuitiv wie naheliegend.

Ein Weiteres Argument für das iPad ist seine Vielseitigkeit. Verglichen mit dem guten alten PC-Setup vereint es Maus, Tastatur und Scanner. Der Drucker wird auch nicht mehr benötigt – papierlos arbeiten ist mit keinem anderen Gerät so einfach. Stift und Block nutze ich eher noch aus Gewohnheit. Dank Apple Pencil dürfte sich dies auch bald ändern. Der Regenwald freut sich.

Bleibt noch die Mobilität. Den Schreibtisch habe ich mit unserem Umzug nach Freiburg verbannt. Ich habe keinen mehr. Ich sitze in der Küche, auf dem Boden, im Zug, auf dem Balkon, auf der Couch, im Café oder laufe auch mal mit dem iPad in der Wohnung auf und ab. Im Büro bin ich meist an den Schreibtisch gebunden, was der Kreativität nicht immer zuträglich ist. Das möchte ich zuhause nicht weiterführen. Und über Abwechslung freut sich auch der Rücken.

Kopf frei machen

Möchte man das iPad als Hauptcomputer nutzen sollte man sich als allererstes einmal von allen Vorurteilen und Gewohnheiten freimachen. Ganz besonders davon, mit dem iPad irgendetwas ersetzen zu wollen. Es ersetzt rein gar nichts. Es macht „nur“ etwas anders. Weiterhin sollte jeder für sich wissen, welche Anforderungen er an seinen PC hat und nicht von seinen, auf die Bedürfnisse der gesamten Menschheit schließen. Meine Anforderungen haben sich in den letzten Jahren zum Beispiel grundlegend geändert.

Ich spiele nicht mehr am PC. Ich pflege keine lokale Musik-Bibliothek mehr, dafür habe ich Spotify. Ich sammele keine Filme oder Serien auf meiner Festplatte, dafür gibt es Netflix und Amazon Prime Video. Sämtliche aktuellen, relevanten Daten (Bilder, Dokumente) liegen in der Cloud, Datensicherung auf externen Festplatten findet nicht mehr statt. Ich schneide seltenst ein Video, ich benötige keine komplizierten Entwicklungsumgebungen und Backup-Systeme oder muss mich in ein LAN einklinken können. Ich schreibe, konzipiere und koordiniere mehr. Ich recherchiere und lese viel.

Kein "Consumption-Device" sondern ein "Multi-Purpose-Device"

Ein weiteres Vorurteil, das schleunigst über Bord geworfen gehört ist, dass das iPad ein "Consumption-Device" sei. Das mag bei seiner Vorstellung im Jahr 2010 annähernd zutreffend gewesen sein. Doch heute, sieben Jahre und fünf Versionen von iOS später, sind doch ein paar mehr Dinge möglich als im Internet surfen, Mails abrufen und Fotos anschauen. Sowohl Apple als auch große Softwareanbieter, außerdem unzählige kleine Entwickler kreieren Apps für "professionelle" Anwender. Apps wie Word und Excel sind sogar besser als ihre Geschwister auf Windows oder macOS.

Momente der Frustration bleiben nicht aus

So begeistert die vorangegangen Worte auch klingen, ich stoße mit dem iPad auch an Grenzen. Inzwischen seltener, aber noch häufig genug. Oft sind es Barrieren im Kopf oder eine zu sehr von macOS und Windows geprägte Herangehensweise. Es sind aber auch Beschränkungen von iOS die mich gelegentlich fluchen lassen. Doch besonders bzgl. der noch bestehenden Beschränkungen in iOS bin ich sehr optimistisch.

Nah dran, an der Zukunft der Computer

Alles in allem ist das iPad derzeit das Gerät, das meiner Meinung nach, am nächsten an der Zukunft des Computers dran ist. Es macht einfach Spaß, die Entwicklung um das Gerät ist spannend und es erfüllt meine Ansprüche. Ich kann jedem, der sein iPad bisher nur auf der Couch genutzt hat, empfehlen es mehr in Alltag und Beruf zu integrieren. Es muss auch nicht gleich ein iPad Pro sein um produktiv zu werden – selbst das iPad Air hat genug Power. Dazu eine kleine Bluetooth-Tastatur und schon wird der Platz im Zug zum Büro.


 

Dieses Blog wird mit 💙 und WordPress betrieben. Gecodet – auf Basis von UIkit – und getextet wird ausschließlich mit einem iPad . Impressum. 🏳️‍🌈

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