Hey, ich bin Oliver! Ich habe irgendwas mit Medien gelernt, lebe in Frei­burg, beschäftige mich beruflich mit Energie, fahre Rennrad und Brompton.




#projectipadonly / #bromvoyage

Das Wort zum Sonntag zu diesen unsäglichen Diskussionen, was sich Computer nennen darf.

Mein neuer Computer.

Mein neuer Computer ist – wer hätte es gedacht – ein iPad Pro. Es ist der leistungsstärkste Computer, der kompakteste und auch annähernd der teuerste den ich je besaß. Es ist der Computer, auf den ich mich seit gut einem Jahr gefreut habe. Es ist der Computer, mit dem ich gern arbeite, mit dem ich produktiv bin. Und es ist der Computer, an dem ich am wenigsten darüber nachdenke, dass ich gerade an einem Computer sitze.

iPad Pro 12.9 (2018) mit Smart Folio Keyboard

Seit knapp zwei Wochen nutze ich nun das neue Apple iPad Pro 12.9 mit 256 GB in der Wifi-Version zusammen mit dem Smart Folio Keyboard und so langsam gewöhne ich mich an meinen neuen Computer. Das Handling (vor allem das der Tastatur) ist noch etwas ungewohnt und läuft noch nicht so flüssig wie beim Vorgänger, dem iPad Pro von 2015. Doch es fühlt sich seit dem Öffnen der Verpackung irgendwie richtig an. Wie die Zukunft des Computers. Verspürt habe ich beim Auspacken die gleiche Begeisterung für Technik wie Anfang 2017 beim iPad Air 2. Mit dem Unterschied, dass ich mir diesmal der Leistung dessen, was ich in Händen hielt bewusst war. Auch musste ich mich nicht fragen, ob das was ich auspackte mein neuer Computer werden könnte.

Der Sprung nach vorn – der Fortschritt – der zwischen beiden Geräten und drei Jahren Entwicklungszeit liegt, ist nicht nur eindeutig an äußerlichen Merkmalen erkennbar, sondern auch deutlich spürbar und in der Anwendung geradezu omnipräsent. Dies beginnt schon beim Entsperren des Gerätes via Face ID. Nach zweimaligem Tippen auf die Leertaste ist das iPad bereit. Die Sicherheit meiner Daten wird zur Selbstverständlichkeit. Die Gedanken, die man sich um dieses wichtige Thema machen sollte und die Technik, die diese Sicherheit gewährleistet, treten als verlässliche Tatsache komplett in den Hintergrund. Face ID funktioniert dabei – im Vergleich zum iPhone X – noch einmal deutlich zuverlässiger (wobei es für mich am iPhone absolut nichts zu bemängeln gibt) und wirklich aus jeder Position. Hochformatig, querformatig oder auf dem Kopf.

iPad Pro 12.9 (2018) mit 256 GB

Am deutlichsten zu sehen ist der Fortschritt wohl am Display, das nahezu randlos mit gerundeten Ecken ausgestattet ist. Wobei natürlich anzumerken ist, dass das nur 5,9 Millimeter dünne Gehäuse auch nicht übel ist. Doch das randlose Display-Design und der fehlende Homebutton sparen gegenüber den Vorgängermodellen etwa zwei Zentimeter der Gesamtgröße. Die Interaktion mit dem Touchscreen mit 120Hz Bildwiederholungsrate ist wahnsinnig direkt und flüssig. Der leistungsstarke Prozessor sorgt dafür, dass Verzögerungen praktisch nicht auftreten – egal ob beim Drag & Drop oder beim Multi-Tasking. Selbst wenn man eigentlich nicht erwartet einen Unterschied zu spüren – zum Beispiel beim Erstellen einer Präsentation in Keynote – zeigt sich sofort die Power des Gerätes. Das iPad Pro mit seinem A12X-Prozessor an seine Grenzen zu bringen, wird in absehbarer Zeit sicher schwierig, sodass ich mir sicher bin, dass mich dieser Computer über die nächsten zwei bis drei Jahre begleiten wird.

iPad Pro 12.9 (2018) mit NOVOO USB-C-Dock

Die Umstellung auf einen USB-C-Anschluss zum Laden und Anschließen von Peripheriegeräten bedeutet zunächst einmal, dass ich neue Adapter und Kabel kaufen musste. Unter anderem einen Audio-Adapter, da Apple aufgrund der dünnen Bauweise den Kopfhörer-Anschluss bzw. Audio-Eingang einsparen musste. Doch dieser ist zum Podcasten nunmal leider unerlässlich. Dafür spart mir ein Universal-Adapter mit SD-Karten-Leser, HDMI-Anschluss und USB-A-Anschlüssen das rumschleppen von einzelnen Adaptern. Langfristig – die Gerüchte um iOS 13 gleichen aktuell geradezu einem Wunschkonzert – wird die USB-C-Technik dem iPad sicherlich viele neue Perspektiven eröffnen. Mit der Möglichkeit Festplatten anzuschließen, rechne ich allerdings nicht.

Dass ich – wie eingangs erwähnt – noch ein wenig mit dem Handling des neues Gerätes hadere, liegt vor allem am neuen Smart Keyboard, welches jetzt ein Smart Keyboard Folio ist und dank über einhundert Magneten an der iPad-Rückseite „klebt“. Sicher, das alte Smart Keyboard war mit seiner Origami-Dreiecks-Falttechnik etwas gewöhnungsbedürftig, am Ende aber doch irgendwie praktisch. Mit dem neuen Folio fühlt sich das iPad Pro Laptop-artiger an und liegt auch wirklich stabil auf den Beinen. Doch klappt man das Folio nach hinten, wenn man das iPad zum Beispiel kurz im Hochformat zum Lesen nutzen möchte, hält man die Tastatur in Händen. Und das fühlt sich nicht richtig an. Auch der neue, zweite Winkel, in dem man das iPad in der Tastatur einrasten kann, ist aus meiner Sicht absolut nutzlos. Viel zu steil. Bei jedem Tap auf das Display, gibt dieses in beiden möglichen Winkeln weit mehr nach, als es beim alten Smart Keyboard der Fall war. Doch zwei Eigenschaften der Tastatur sind gleichbleibend gut bzw. sogar minimal besser: Zum einen das Schreibgefühl, zum anderen der Formfaktor. Für eine Tastatur-Hülle in dieser Größe schreibt es sich hervorragend. So wird das Smart Keyboard Folio vorerst meine „allways-on“-Tastatur bleiben und zuhause vom Magic Keyboard unterstützt. Gespannt bin ich was Logitech entwickelt und ab die von Brydge angekündigte Tastatur auch für den deutschen Markt produziert wird. Das Canopy-Keyboard-Case von Studio Neat habe ich mir schon mal testweise bestellt.

iPad Pro 12.9 (2018) mit Smart Folio Keyboard

Richtig angepisst bin ich übrigens – nein, nicht vom Preis des iPad Pros, den kann ich für mich rechtfertigen – sondern davon, dass ich weder meinen Apple Pencil der ersten Generation noch den Logitech Crayon am neuen iPad Pro nutzen kann. Natürlich habe ich mir deshalb zunächst keinen bestellt und natürlich weiß ich inzwischen, dass ich ihn ziemlich häufig brauche. Also warte ich noch zwei Wochen auf meine Bestellung im Wert von 130 Euro. 😪 Immerhin mit Gravur!

Auch nicht so ganz glücklich bin ich mit meiner Entscheidung, nur die Wifi-Version gekauft zu haben. Hintergrund war der Mehrpreis von 170 Euro, den Apple mittlerweile für die Cellular-Version verlangt. Doch bereits nach dieser kurzen Zeit fühlt es sich so an, als hätte ich am falschen Ende gespart. Das Verbinden mit dem iPhone nervt. Also bin ich schwer am überlegen, ob ich nicht bald auf die Cellular-Version upgraden sollte. Bei 256 GB Speicher werde ich bleiben. Die 128 GB des alten iPads waren nie zu mehr als 50 Prozent belegt. Auch wenn ich gerade tiefer in das Thema Podcasting einsteige und eine kleine Instagram- bzw. Youtube-Serie (mit der großartigen Video-Schnitt-App LumaFusion) in Arbeit ist, wird der Speicher für meine Bedürfnisse ausreichen.

Mein Fazit: Ich bin ziemlich glücklich mit meinem neuen Computer. Apple bleibt Apple – der teils heftige Anstieg der Preise war zu erwarten (siehe iPhone X). Allerdings arbeite ich nun auch mit einem Gerät, das erneut Maßstäbe setzt, Leistungsreserven für die nächsten Jahre hat und einer ganzen Branche wieder als Pausvorlage dienen wird (siehe iPhone X). Insgesamt freut es mich, dass Apple mit den neuen Pro-Modellen das iPad als ernstzunehmende, für sich stehende Computer-Plattform weiter entwickelt und nicht den Stimmen nachgibt, die zwanghaft Laptop-Vergleiche ziehen müssen.

#Update 05.

Ich bin – gewissermaßen – zurück! Es war durchaus ein wenig still hier geworden. Das lag daran, dass das #projectipadonly aus dem Internet hinaus in das wahre Leben transportiert wurde und seine erste Bewährungsprobe als fünfstündiger Kurs über zwei Abende erfolgreich bestanden hat. Offenbar geht mein Konzept auf und mein Ansatz, das iPad als vollwertigen Computer zu nutzen, wird auch von anderen angenommen und gutgeheißen. In die Vorbereitung flossen unzählige Stunden, die sich – rückblickend betrachtet – mehr als gelohnt haben. Nicht nur wegen des positiven Feedbacks, welches ich von meinen Kursteilnehmern erhalten habe, vor allem auch weil sich aktuell neue Möglichkeiten ergeben, die das was hier mit ein paar Blogposts begann, auf ein neues Level heben könnten. Die nächsten Wochen werden sicher spannend!

Kiez-Gespräche: Ein Podcast über alles und nichts – mit dezent betriebswirtschaftlichem Einschlag.

Ein weiteres Projekt, dass schon sehr lang auf seine Umsetzung wartete, hat gestern in Form seiner ersten Episode das Licht der Welt erblickt. Zusammen mit Martin – einem meiner besten Freunde – habe ich gestern unseren ersten Podcast mit dem Titel Kiez-Gespräche aufgenommen. Der Podcast basiert auf unseren Gesprächen in unserer Stammkneipe – dem Kiez – die wir während unserer Zeit in der Weiterbildung zum Betriebswirt geführt haben. Also ein Podcast über alles und nichts – mit dezent betriebswirtschaftlichem Einschlag. 🎤

Mit der ersten Folge bin ich ganz zufrieden und ich bin gespannt was aus unseren Kiez-Gesprächen wird. An der Tonqualität, vor allem der Aufnahmelautstärke, arbeiten wir noch. Abonnieren kann man uns über alle gängigen Podcast-Player hier. An der Listung bei Apple Podcasts oder Spotify arbeiten wir gerade.

Ich bleibe beim Thema Podcasts und möchte euch die aktuellen Folgen von Upgrade, Connected und Supercomputer wärmstens an Herz legen. Alle drei beschäftigen sich mit den neuen iPad Pro-Modellen. Im Gegensatz zu den meisten Reviews jedoch aus der Perspektive von Menschen, die ihre iPads auch wirklich im (Arbeits-)Alltag einsetzen und ihre Meinungen nicht aus der zwölfstündigen Nutzung eines Review-Gerätes ziehen.

Seit ich meine Begeisterung für das iPad öffentlich teile, wird mir gern die Glorifizierung eines viel zu teuren Tablets vorgeworfen, mit dem man ja nicht mal ansatzweise seinen Computer ersetzen kann. Gegen solche Verallgemeinerungen wehre ich mich natürlich und versuche immer mit einer sehr individuellen Herangehensweise zu argumentieren. Entscheidend, ob das iPad für jemanden als Computer in Frage kommt, sind die eigenen Bedürfnisse und Anforderungen. Doch diese sind den meisten Kritikern nicht bewusst, weil sie ihre Arbeitsweise an Betriebssysteme und Software anpassen, die seit zwanzig Jahren nur noch aktualisiert, aber kaum mehr weiterentwickelt wird. Muss mein Computer alles können? Nein. Muss er das, was für mich am wichtigsten ist können? Ja. Und sollte mein Computer mir das Ausführen diesr speziellen Aufgaben so angenehm wie möglich machen? JA!

Ob das iPad zum Beispiel als Computer für einen Web-Developer geeignet ist, beschreibt Craig Morey mit einer sehr differenzierten und nicht unkritischen Sichtweise in diesem Artikel. Genau so sollte man sich der Frage nähern.

If you’re building a site in a “flat” method (ie, with HTML/CSS/JS) you can get quite a long way on an iPad alone, either with preview servers or uploading to a Virtual Private Server (VPS).

Ich gehöre zum Glück zu den Menschen, die meist „flat“ entwickeln.

How not to: iPad Pro Review.

Liest, hört oder sieht man dieser Tage so manches iPad Pro Review möchte man entweder heulen oder sehr laut „Äh, NEIN!“ rufen. Denn die Reviewer schaffen es erneut nicht, nach bereits gescheiterten Versuchen aus den Jahren 2015 und 2017, ihre leidigen Laptop-Vergleiche zu unterlassen. Ein iPad Pro-Review läuft demnach in etwa wie folgt ab:

  • Wow, es ist so dünn!
  • Wow, es ist so schnell! Sogar scheller als ein MacBook.
  • Wow, es ist so vielseitig!
  • Wow, der Akku hält wirklich zehn Stunden. Bis hier hin 10 von 10 Punkten!
  • Mhh, blöd … aber es ist eben kein Laptop. Gibt also nur 6 von 10 Punkten.

Im Wortlaut, von theverge.com-Autor Nilay Patel, klingt das dann so:

Is the new iPad Pro a stunning engineering achievement? Without question. Has Apple once again produced mobile hardware that puts the rest of the industry to shame when it comes to performance, battery life, and design? Yep. Is the iPad Pro the best, most capable iPad ever made? It certainly is. But you know what? It’s still an iPad.

Es kann nun vielleicht daran liegen, dass ich kein Journalist bin, doch so richtig objektiv erscheint mir diese Herangehensweise nicht. Scheinbar ist der stereotype „Creative Professional“ der einzig mögliche Anwender für ein iPad. Nur so erklärt sich mir, dass dessen Bedürfnisse für jedes Review herangezogen werden. Dass es noch andere, ebenfalls professionelle Anwendungsszenarien gibt, die ein iPad abdeckt und bedient, scheint den Reviewern allem Anschein nach noch nicht aufgefallen zu sein. Auch scheint noch nicht zu allen durchgedrungen zu sein, dass ein iPad nun mal ein iPad und damit eine gänzlich andere Produktkategorie ist. Falls dazu mal jemand Nachhilfe benötigt – ich halte rein zufällig Kurse zu dem Thema ab. 😉

Ganz ähnlich sehen das übrigens die Herren Federico Viticci und Myke Hurley in der aktuellen Connected-Ausgabe.

Creative Selection: An insider’s account of Apple’s creative process during the golden years of Steve Jobs →

Ken Kocienda offers an inside look at Apple’s creative process. For fifteen years, he was on the ground floor of the company as a specialist, directly responsible for experimenting with novel user interface concepts and writing powerful, easy-to-use software for products including the iPhone, the iPad and the Safari web browser. His stories explain the symbiotic relationship between software and product development for those who have never dreamed of programming a computer, and reveal what it was like to work on the cutting edge of technology at one of the world’s most admired companies.

Meine Urlaubslektüre.

#Update 04.

Das Apple-Herbst-Event steht vor der Tür und die neuen iPhones und Apple-Watches sind bereits geleaked. Doch handfeste Hinweise auf die neuen iPads fehlen. Das könnte bedeuten, dass diese erst im Oktober auf den Markt kommen. Nicht gerade meine Wunschvorstellung, denn die neuen iPhones interessieren mich so wenig wie noch nie. Bin ich doch noch immer überaus zufrieden mit meinem iPhone X. Doch bei der Vorstellung von randlosen iPad Pros mit Face ID und möglicherweise neuen Tastaturen werde ich ein wenig hibbelig.

Wohin Apples Reise in Sachen iPad gehen wird, fasst Jason Snell in diesem Artikel, basierend auf allen Gerüchten zusammen. Die Frage, für welche Größe ich mich entscheiden werde, habe ich mir bisher noch nicht endgültig beantwortet. Aktuell tendiere ich zur 11″-Version.

In dieser Woche hat Serif endlich die erste Beta-Version ihrer Desktop Publishing-Software Affinity Publisher veröffentlicht und damit Adobe erneut Feuer unterm Hintern gemacht. Sowohl unter Windows als auch am Mac habe ich schon einen kurzen Blick darauf geworfen und bin recht beeindruckt. Das will etwas heißen, denn Adobes InDesign ist die Software, die mir sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen ist. Ähnlich wie bei Affintiy Photo und Designer gilt es nun zunächst die bekannten Denkmuster zu überwinden und sich auf die neue Software einzulassen.

Apropos, Affinity Photo und Designer. Vor etwa zwei Wochen habe ich meinen @brom_voyage-Instragram-Account neu gestaltet. Statt einzelner Posts gibt es nun einen zusammenhängenden Feed, wie man ihn hier oder hier vielleicht schon mal gesehen hat. Die Vorlage dazu habe ich in Affinity Photo am Mac erstellt. Gepflegt wird das, inzwischen um die einhundert Ebenen um fassende Dokument jedoch am iPad. Auch der instagramgerechte Export findet am iPad, unter Zuhilfenahme des Designers, statt. Denn in der iOS-Version von Photo fehlt die Slice-Funktion. Die Performance der beiden Apps ist dabei absolut beeindruckend und ich kann nur hoffen, dass Affintiy auch den Publisher für iOS umsetzt. Dann ist das #projectipadonly nicht mehr zu stoppen.

Aus der Welt der Podcasts möchte ich euch eine Neuheit von Alex Cox und Matthew Cassinelli ans Herz legen: Supercomputer. Bisher erschienen drei kurzweilige Folgen, die sich damit befassen, wie wir der Technik die uns umgibt Herr werden.

In der Blütezeit der Blogs hatten wir vermutlich alle einen. Einen Feed-Reader. Dann kamen Facebook und Twitter und wir bekamen neue Artikel gefühlt zu oft unter die Nase gerieben, sodass wir uns der Feed-Reader entledigten. Nun meidet man die sozialen Medien zunehmend, weil dort die Nazis und Wutbürger immer lauter werden und hat das Gefühl die guten Inhalte zu verpassen. Langer Rede, kurzer Sinn: Ich nutze wieder einen Feed-Reader, nämlich Reeder 3.

Update #03.

Diese Woche stand für mich ganz im Zeichen der Automatisierung. Was soll man auch anderes machen, wenn man bei 37°C Außentemperatur mit einer Mandelentzündung zuhause liegt und gefühlt schon jede Netflix-Serie gesehen hat.

Die Developer-Beta von Shortcuts ist seit ein paar Wochen verfügbar und die beiden Herren von Canvas teilen ihre Erfahrungen. Alles sehr vielversprechend!

In Folge 203 von Upgrade dreht sich alles um das Arbeiten am iPad. Nicht viel neues (für mich), aber immer wieder schön zu hören, wie andere arbeiten.

Okay. Ihr habt es vielleicht schon geahnt. Und irgendwann muss es ja mal raus: Ich oute mich als Rosemary Orchard-Fanboy. ? Sie ist meine persönliche Automatisierungs-Heldin und mit ihrer Philosophie, die ich in diversen Podcasts mit ihr geradezu aufgesaugt habe, dafür verantwortlich, dass ich gerade so tief in Workflow und Co. eintauche. Aktuell hört man sie in Folge 19 des Podcasts Roboism. Übrigens der Podcast mit der besten Intro-/Outro-Musik! Ein langes Interview mit ihr ist auch im Podcast Systematic zu hören. Wer Inspiration sucht, um in das Thema Automatisierung einzusteigen, sollte einmal hier und hier vorbei schauen.

Apropos Automatisierung: Diese Woche habe ich drei Workflows gebastelt. Zwei Instagram-Workflows und einen zur Erstellung eines Literaturverzeichnisses aus einer Airtable-Datenbank. Auf den bin ich schon ein bisschen stolz.

Ein Icon in der iOS 12 Beta 5 hat das Aussehen der neuen iPad Pros bestätigt. Als Vorstellungstag wird der 12. September 2018 gemunkelt. Ich kann es kaum erwarten!

Airtable + Workflow = 💙

Vor einigen Wochen habe ich Airtable wiederentdeckt. Airtable ist ein Onlineservice der Datenbank und Tabellenkalkulation auf einzigartige Weise verbindet, gute Apps für iPad und iPhone bereitstellt und mit vielen nützlichen wie intuitiven Funktionen aufwartet. Der Einstieg wurde mir diesmal außerdem von den zahlreichen Templates erleichtert die Airtable mitbringt. Für praktisch jeden Anwendungszweck – ob Datenbank zur Reiseplanung, Ausgaben-Tracker, Rezepte-Sammlung oder Mini-Customer Relationship Managament (CMR) – gibt es eine Vorlage. Man kommt quasi zwangsläufig auf Ideen, wie man das Tool für sich verwenden kann.

Meine erste Idee war ein Literatur- bzw. Quellenverzeichnis. Ein solches habe ich beim Schreiben meiner Projektarbeit für den Betriebswirt schmerzlich vermisst. Denn nachdem man zehn energiewirtschaftliche Studien und diverse betriebswirtschaftliche Werke gelesen hat, verliert man dezent den Überblick bzw. es kostet unnötige Energie alle Verbindungen im Kopf zu behalten. So soll es mir bei meinem Buch-Projekt nicht ergehen. Doch wirklich brauchbare Apps – die einem die Arbeit auf diesem Gebiet erleichtern – gibt es für iOS nicht. Eine praktikable und einfache Lösung ist daher Airtable.

Das Anlegen einer neuen Datenbank ist kinderleicht. Insgesamt habe ich für mein Literaturverzeichnis 13 Felder definiert: Autor (oder Herausgeber), Titel der Publikation, Untertitel, Medium (Buch, Website, Studie oder Artikel), Seitenzahl, Herausgabejahr, Verlagssitz, Verlagsname, Zeitschriftenname, Link, Abrufdatum des Links, Zitat und Notizen. Zack, fertig – Literatur-Datenbank!

Literaturverzeichnis-Datenbank in Airtable auf dem iPad

Gebe ich nun einen neuen Datensatz ein, öffnet sich eine schicke Eingabemaske und führt mich durch alle Felder. Die Eingaben – zum Beispiel das Erscheinungsjahr oder das Abrufdatum einer Website – werden anhand der Feld-Vorgaben sauber formatiert. Die Auswahl des Quellen-Mediums erfolgt eindeutig über ein Selektionsfeld. Die Datenbank ist durchsuchbar und ich kann die Darstellung nach meinen Wünschen anpassen. Auch Freigaben und Kollaboration sind möglich. Der Änderungsverlauf für jeden Datensatz beträgt in der kostenlosen Airtable-Version zwei Wochen.

Nun heißt dieser Blogpost jedoch nicht umsonst „Airtable + Workflow = 💙“. Denn in meinem Fall ist die Literatur-Datenbank in Airtable zwar eine phantastische Basis, doch auch nur die halbe Miete. Denn mein Ziel ist es am Ende einer Projektarbeit, eines Artikels oder eines Buches möglichst wenig Arbeit mit dem Literaturverzeichnis zu haben. Ich möchte auf ein Knöpfchen drücken und das Verzeichnis soll alphabetisch sortiert und fertig in Markdown formatiert ausgegeben werden. Dazu benötige ich Workflow (bzw. künftig Shortcuts) – die Automatisierungsallzweckwaffe unter iOS.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich kein Programmierer bin. Das zeigt sich immer deutlich, wenn ich mit JavaScript oder PHP in Verbindung komme. Ich habe ein solides Grundverständnis für Hard- und Software, komme auch in einer UNIX-Shell einigermaßen zurecht, kann Websites in HTML und CSS schreiben und auch ein Content-Management-System problemlos integrieren oder mir ein jQuery-Script zurecht basteln. Aber wann immer ich versucht habe, mich einer Script- oder Programmiersprache wie JavaScript, PHP, Python oder was auch immer von Grund auf zu nähern, bin ich (bisher) gescheitert. Wer sich nun fragt, was dies hier zu Sache tut – hier ist die Antwort: Das alles ist der Grund, warum ich Workflow so liebe und warum ich überaus begeistert – geradezu entzückt! – bin, dass Apple den Weg mit Shortcuts weiter geht. Denn mit Workflow lassen sich komplexe Abfragen oder Abläufe visuell aufbauen und lösen. Und das ist mein Ding!

Zurück zum Thema und zum einzigen kleinen Manko an Airtable: Alle Tabellen bzw. Datenbanken befinden sich in einem mehr oder weniger geschlossenen System. Zwar gibt es auf der Website eine Exportfunktion für Tabellen im CSV-Format, doch unter iOS steht nicht einmal das Share Sheet zur Verfügung. Dafür gibt es eine leicht zugängige und wirklich verständlich dokumentierte API, die auf jede Tabelle oder Datenbank zugeschnitten wird. Und wenn ich das sage, muss das – ich bitte darum sich den letzten Absatz in Erinnerung zu rufen – etwas heißen. ☝️

Mithilfe dieses Artikels habe ich mich der API genähert und sie angezapft. In meinem Workflow werden die Datensätze der Reihe nach ausgelesen und in Variablen gepackt. Um sie dann mit der entsprechenden Markdown-Syntax auszeichnen zu können, erfolgt eine Abfrage des Mediums. Denn davon sind die auszugebenden Felder des Datensatzes, deren Reihenfolge sowie und deren Formatierung abhängig. Im Anschluss werden alle Datensätze noch alphabetisch nach den Autorennamen sortiert und zu guter Letzt gesammelt, als Text in den Zwischenspeicher gepackt oder als .txt-Datei gespeichert. Zack, fertig – Literaturverzeichnis!

Der Literaturverzeichnis-Workflow: Aus der Airtable-Datenbank wird das fertige Literaturverzeichnis generiert.

Alles in allem hat mich der Workflow schon ein paar Stunden gekostet. Zeit die ich langfristig garantiert wieder reinhole, weil ich Literaturverzeichnisse nie wieder manuell formatieren muss. Außerdem habe ich mir nun einen Basis-Workflow für die Airtable-API geschaffen, auf den ich sicher noch oft aufbauen werde. Denn die Möglichkeiten der Kombination von Airtable und Workflow sind geradezu unendlich. Nicht nur für private Anwendungen, vor allem auch für Freiberufler oder kleine Unternehmen. Aus einem kleinen CRM in Airtable lassen sich leicht Auswertungen oder ein Kontaktdatenblatt für Kundentermine generieren. Projektpläne lassen sich je nach Anspruchsgruppe gezielt auslesen, als Statusinformationen aufbereiten und als PDF versenden. Es lassen sich Checklisten, Zeitpläne oder Auftragsblätter erstellen. Oder, oder, oder.

Instagram-Workflows.

Als Klapprad-Influencer von Welt ?‍♂️ gilt für mich selbstverständlich die Devise „Zeit ist Geld“. Was liegt da näher, als meine Social-Media-Aktivitäten bei Instagram und die damit verbundenen Arbeitsschritte ein wenig zu optimieren. Denn im Kern besteht jeder Instagram-Post, nach dem Aufnehmen des Fotos, aus zwei Schritten. Zunächst bringe ich das Foto in ein quadratisches Format. Nicht durch Beschneiden, sondern indem weiße Ränder angesetzt werden. Verwendet habe ich dazu bisher diese App. Doch zufrieden war ich mit ihr nie. Es folgt das Texten einer knackigen Bildunterschrift und das anfügen von Hashtags zur Steigerung der Reichweite. Dazu hatte ich bisher eine Notiz in Apple Notes, aus der ich die Tags für jedes Bild heraus kopiert habe. Alles in allem kein schlechter “Workflow”, aber auch kein besonders guter.

No Crop-Workflow

Ersetzt habe ich die NoCrop-App nun mit diesem Workflow. Wie zuvor die App wird der Workflow vom Homescreen gestartet.

Zunächst fragt der Workflow nach dem gewünschten Foto, welches aus der Camera Roll gewählt werden kann. Damit auch importierte RAW-Dateien verarbeitet werden können, wird das gewählte Bild vorsorglich in ein JPG umgewandelt.

Dann findet über eine If-Abfrage eine Größenanpassung der längsten Bildseite auf 2.000 Pixel für Hoch- bzw. Querformat statt.

Zum Erzeugen der Ränder wird das Foto einfach zentriert auf ein weißes quadratisches Bild (ebenfalls 2.000 Pixel groß) gesetzt, welches als Vorlage in der Dropbox liegt.

Und zum Schluss wird das fertige Foto in die Camera Roll zurück gespeichert.

Hashtag-Workflow

Damit ich zum Einfügen der Hashtags nicht mehr zwischen zwei Apps hin und her wechseln muss, hilft mir mein zweiter Workflow.

Ich wähle das Foto, welches ich bei Instagram posten möchte und starte den Workflow über das Share Sheet direkt aus der Fotos-App.

Der Workflow fragt nach der gewünschten Bildunterschrift und kombiniert diese nach der Text-Eingabe dann mit den Hashtags, die wiederum als Text-Datei in der Dropbox hinterlegt sind.

Danach öffnet sich automatisch die Instagram-App und die Bildunterschrift muss nur noch aus der Zwischenablage eingefügt werden. Dieser letzte Schritt ist leider notwendig, da Instagram der Workflow-App aktuell den Zugriff auf die Bildbeschreibung verwehrt. Bleibt zu hoffen, dass diese Limitierung mit Einführung von Shortcuts wieder aufgehoben wird.

Für meine Zwecke werde ich beide Workflows noch zu einem einzigen zusammenführen und leicht optimieren. So muss zum Beispiel das generierte Bild nicht zwingend in die Camera Roll zurückgespeochert werden, sondern kann driekt aus dem Zwischenspeicher zu Instagram geschoben werden.

Update #02.

Die Woche war eine Menge los in der iPad-/iOS-Welt, nicht zuletzt da der App-Store am 10. Juli sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert hat.

In der Aktuellen Ausgabe Mac Power Users kommt Matt Gemmell zu Wort und erläutert seinen Weg zum Vollzeit-iOS-User, der seinen Mac nur noch in absoluten Ausnahmefällen hochfährt.

Ein weiterer Podcast-Tipp in dieser Woche ist die neueste Ausgabe der iPad Pros. Zu Gast ist Rosemary Orchard vom Podcast Automators, die in Sachen Automatisierung wirklich heftig unterwegs ist. Ihr zuzuhören ist absolut inspirierend. Sie zeigt sinnvolle Wege auf, wie man sich das Leben leichter machen und seine Technik für sich arbeiten lassen kann.

Ebenfalls über Rosemary Orchard wurde ich erneut auf Airtable – ein mächtiges Tool das Datenbank und Tabellenkalkulation verbindet – aufmerksam. Ich erinnere mich, dass ich mir den Dienst vor einiger Zeit schon einmal angeschaut, aber für mich keinen Nutzen gefunden hatte. Das ist nun anders. Als erste Datenbank lege ich mir gerade ein Literaturverzeichnis für mein Buch-Projekt an. Ziel ist es diese später über einen Workflow bzw. Shortcut in die Zielformatierung zu bringen.

Affinity Designer gibt es nun für iPad, wohoo! Pfade mit dem Apple Pencil zeichnen ist schon verdammt cool.

Kaum rundet Affinity sein Angebot für Grafik-Profis auf dem iPad ab, da macht eine Meldung von Adobe die Runde: Man arbeitet an einer Photoshop-Version für das iPad:

Adobe Systems Inc., the maker of popular digital design programs for creatives, is planning to launch the full version of its Photoshop app for Apple Inc.’s iPad as part of a new strategy to make its products compatible across multiple devices and boost subscription sales.

Obwohl ich reichlich skeptisch bin, was das User Interface der künftigen Photoshop-App betrifft, bin ich davon überzeugt, dass von diesem Schritt eine erhebliche Signalwirkung ausgehen wird, der das iPad als Arbeitsgerät wieder ein Stück nach vorn bringt.

Und zum Abschluss dieses Updates ein Tweet von Federico Viticci:

We’re definitely living in a weird timeline, Apple products-wise – Pro users on the Mac keep being dissatisfied with hardware and they’re getting iOS apps on Mac next year, while pro iPad users seem generally optimistic, hardware rocks, and software keeps improving on all sides.

In diesem Sinne: ?

Dieses Blog wird mit 💙 und WordPress betrieben. Gecodet – auf Basis von UIkit – und getextet wird ausschließlich mit einem iPad. Impressum und Datenschutz. 🏳️‍🌈

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